Engagement für benachteiligte EU Einwander*innen - Ulrike & Murisa
Shownotes
In dieser Folge von Hörbar Mensch sprechen wir mit Ulrike Hartl und Murisa Adilovic aus dem Projekt Partoprenu beim AWO-Kreisverband Bielefeld. Das Projekt richtet sich an besonders benachteiligte EU-Bürgerinnen. Das Besondere am Projekt: Die Klientinnen bekommen sprachliche Unterstützung in der Beratung. Ulrike und Murisa geben Einblicke in ihre tägliche Arbeit: von Beratung und Begleitung über Unterstützung bei Anträgen bis hin zu Workshops für Fachkräfte, die mit der Zielgruppe arbeiten. Sie erklären, mit welchen prekären Lebenslagen viele neu zugewanderte EU-Bürger*innen konfrontiert sind und warum Teilhabe ohne intensive Unterstützung oft nicht möglich ist.
Außerdem sprechen sie über Antiziganismus, generationenübergreifendes Arbeiten im Team und darüber, wie unterschiedliche berufliche und biografische Hintergründe ihre Zusammenarbeit bereichern. Eine Folge über strukturelle Ungleichheiten, Engagement und die Bedeutung von langfristiger sozialer Unterstützung.
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00:00:05: Hörbar Mensch.
00:00:07: Ein Podcast des AWO-Kreisverbandes Bielefeld.
00:00:21: Heute zu Gast?
00:00:22: Ich bin Marissa Adilowicz.
00:00:25: Ich bin Ulrike Harte.
00:00:27: Alter.
00:00:29: Neunfünfzig Jahre alt.
00:00:31: Vierundreißig.
00:00:32: Bei der AWO arbeite ich
00:00:35: als Beraterin in einem Projekt, der sich mit am stärksten benachteiligten EU-BürgerInnen befasst.
00:00:45: Sprachlerkraft für Deuters fremd und Zweitsprache und Projektmitarbeiterin für sonstige Aufgaben bei Pate Brino.
00:00:52: AWO ist.
00:00:54: AWO ist ein Ort, an den ich meine Berufung ausleben kann.
00:01:01: AWO ist ein Ort, an dem Wertschätzung von Vielfalt eine große Rolle spielt.
00:01:08: Also AWO ist ein Ort, wo ich mich als besohnvoll wieder finde.
00:01:15: Für mich ein ganz wichtiges Bindeglied der Bielefelder Gesellschaft, die einfach ganz oder das ganz viele Bereiche der Gesellschaft verbindet auch.
00:01:24: Und ich bin?
00:01:26: Ich bin politisch erinnertlich seit Anfang neunziger und im Integrationsrat seit zwei Tausendvier aktiv und das Sozialpolitische liegt mir einfach am Herzen und das lässt sich wunderbar mit der Arbeit bei der AWO auch miteinander in einen Klang ringen.
00:01:50: Bisschen aufgeregt und ja auch gespannt, was für mich bei der AWO in Zukunft noch so passieren wird, genau.
00:01:56: Ulrike, Maurice, herzlich willkommen zu eurer Folge.
00:01:59: Hörbar Mensch, schön, dass ihr da seid.
00:02:02: Ja, danke, dass wir hier sein dürfen.
00:02:05: Ja, herzlichen Dank auch von mir.
00:02:07: Ihr arbeitet ja beide für einen AWO-Kreis vor Bambelefeld und zwar im Projekt Pato Prenu.
00:02:13: Vielleicht könnt ihr erst mal erklären, was das überhaupt ist.
00:02:16: Ulrike, magst du mal?
00:02:18: Ja, wir sind das Projekt Patuprenu.
00:02:21: Wir sind gefördert vom europäischen Sozialfonds und da wiederum vom EHUB Plus.
00:02:26: EHUB steht für Eingliederung hilft den am stärksten benachteiligten Personen.
00:02:33: und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
00:02:37: Und der EHAP hat eben zwei Zielgruppen.
00:02:39: Das sind wohnungslose Personen und EU-Neuzuwanderer, also Personen, die eine EU-Staatsbürgerschaft haben und maximal fünf Jahre schon in Deutschland leben.
00:02:49: Und Patuprenu, das ist Esperanto, und das steht für Teilhabe.
00:02:55: Wir sind nämlich nachfolgerprojekt von Alveni.
00:02:57: Das kennen vielleicht manche noch.
00:02:58: Und Alveni war damals auch schon Esperanto und das steht eben für Ankommen.
00:03:03: Und jetzt eben vom Ankommen zur Teilhabe von Alveni zu Patobrino.
00:03:07: Morisa, kannst du uns vielleicht erklären, wie stell ich mir denn euren Arbeitsalltag vor?
00:03:12: Was sind die Dinge, die euch jeden Tag beschäftigen?
00:03:16: Was sind das für Sachen?
00:03:19: Wir sind Ansprechpartner für diejenigen, die hier als überwiegend als Fachkräfte aus EU kommen.
00:03:29: Und wir sind sozusagen rund Unbegleiter von dieser Menschen.
00:03:35: Dementsprechend machen wir auch aufsuchende Beratung, Begleitung und alles, was dazu gehört.
00:03:44: Das Besondere an dem Projekt ist, also im Gegensatz zu vielen anderen in der Stadt Bielefeld, oder ich glaube, wir sind auch das einzige Projekt, was auch mit Sprachmittlern arbeitet, beziehungsweise wir nennen die Sprachnutzinnen und wir haben für acht Sprachen Menschen, die eben bei der Begleitung und in der Sprachmittlung uns bei der Beratung hilfreich sind.
00:04:17: In der Beratung, Morisa.
00:04:19: Um welche Themen geht es da konkret?
00:04:21: Also vielleicht kann ich mir das dann noch ein bisschen besser vorstellen, was eure Arbeit da ausmacht.
00:04:27: In der Beratung machen wir alles von einem Platz, das Kind im Kita zu finden, bis hin an Schuldenberatung zum Beispiel zu verweisen.
00:04:42: Also das komplette Leben eines Menschen wird durch unsere Beratung abgedeckt.
00:04:48: Man muss sich das so vorstellen.
00:04:51: Ich glaube, das Bild über Fachkräfteinwanderung aus EU ist auch nicht jeden klar.
00:04:59: Die Menschen, die aus EU Als sogenannte Fachkräfte hier kommen, werden überwiegend in Berufe vermittelt, teilweise auch reingelockt, die eben nicht so gut bezahlt sind.
00:05:14: Dementsprechend befinden sich diese Menschen von Anfang an in sehr prekären Berufs-, aber auch Wohnsituationen.
00:05:23: Und das Projekt heißt eben auch, Unsere Zielgruppe ist eben die für die am stärksten benachteiligten EU-Bürger und alleine dieser Titel sagt schon viel aus.
00:05:37: Also da sind die Menschen, die sich hier durch Minijobs rumschlagen oder, wie gesagt, so gering verdiener sind.
00:05:47: Sowohl in Gastronomie als auch auf dem Bau, Straßenreinigung arbeiten.
00:05:53: Also da sind nicht die Fachkräfte, die wir uns vorstellen, wenn wir das Wort einfach sagen, sondern da sind Menschen, die wirklich also vom ersten Tag an große Unterstützung brauchen.
00:06:06: Und so passiert es eben, dass wir Menschen tatsächlich also direkt zweiten, dritten Tage nach ihrer Ankunft hier in Deutschland auch in unsere Beratung haben.
00:06:17: Und Schritt für Schritt in unsere Aufklärung gehen für die viele Anträge stellen.
00:06:23: Also alles, also vom Kindergeld bis Stopcenteranträge.
00:06:27: Genau, das ist auch die Besonderheit von Patuprenu.
00:06:31: Wir sind die, ich glaube, die einzigen in Bielefeld, die auch wirklich noch die Anträge mit ausführen.
00:06:38: Das machen wir auch und das macht niemand anders.
00:06:42: Ja, also das rund um.
00:06:46: Beratung.
00:06:47: Auch wenn wir tatsächlich eigentlich nur als für Weißberatung, so nennt sie das auch, unterwegs sein sollten, aber häufig ist das einfach nicht möglich, weil wie gesagt in Bielefeld gibt es keine entsprechende Stähne und wir als AWO sind eben dazu geneigt, den Menschen in Not zu helfen, ohne genauer hinzuschauen.
00:07:11: Ja, wie sieht die Wie sehen die Regeln aus?
00:07:16: Wie ist das Projekt eigentlich ausgeschrieben worden?
00:07:22: Ulrike, vielleicht kannst du deinen Teil der Arbeit auch noch mal beschreiben, denn du bist ja auch eher organisatorisch unterwegs.
00:07:29: Erzähl doch mal bitte.
00:07:30: Genau, also ich habe so unterschiedliche Aufgabenbereiche.
00:07:34: Das ist auch nicht immer so... Einfach zu sagen, was denn eigentlich meine Aufgaben sind.
00:07:38: Meine Stellenbeschreibung ist ja auch ein bisschen vage, Projektmitarbeiterin für sonstige Aufgaben.
00:07:44: Also ein bisschen Mädchen für alles.
00:07:46: Aber meine Hauptaufgabe sind eigentlich vor allem Workshops zu organisieren.
00:07:50: Das ist nämlich unsere heimliche dritte Zielgruppe sozusagen.
00:07:54: Also Personen, die mit unserer Zielgruppe wiederum arbeiten.
00:07:58: Also das kann dann alles mögliche sein von Lehrern, Behördenmitarbeitern und so weiter.
00:08:05: Alle Personen, die dann eben mit neu zu gewanderten U-Burgern in Berührung kommen im Rahmen ihrer Arbeit und für die geben wir dann oder organisieren wir Workshops, damit die mit dieser Zielgruppe einfach ein bisschen ja zielgruppengerechter umgehen können.
00:08:20: Was sind da Inhalte?
00:08:22: Ganz großes Thema für uns ist Antiziganismus.
00:08:25: Also das ist sozusagen Diskriminierung oder Rassismus, der Roma betrifft, Roma und Sintize oder Romnia und Sintize.
00:08:33: Genau, weil ganz viele unserer Klientinnen sind eben tatsächlich Roma, die sagen das zwar nicht immer sofort, weil sie eben sehr stark von Ressismus oft betroffen sind und dass deswegen auch nur sehr zögerlich Preis geben diese Informationen, weil sie einfach wissen, dass sobald sie das sagen, dann sind sie da sehr oft von einem ziemlich starken Ressismus tatsächlich betroffen.
00:08:56: Genau, es gibt ja auch so diesen... diesen Spruch, dass Antiziganismus der letzte akzeptable Rassismus in Europa ist und das sehen wir in unserer Arbeit tatsächlich relativ oft so.
00:09:07: Also, wenn man vielleicht mal so in sich geht und mal so überlegt, was so die Freunde oder vielleicht auch nur Bekannte hoffentlich manchmal so im privaten Umfeld so vom Start lassen, sag ich mal, also wird ja auch ganz gerne das Z-Wort gesagt und so auch noch als Beschimpfung auch immer noch gesagt, was einfach bei anderen Wörtern schon relativ lange... nicht mehr akzeptabel ist.
00:09:29: Aber das ist schon noch sehr langfähig, oftmals leider.
00:09:33: Genau, und da geben wir relativ viele Workshops zu dem Thema.
00:09:37: Genau, da holen wir uns dann eben auch Experten aus der Community.
00:09:40: Da möchte ich jetzt natürlich als weiße deutsche Frau, Kartoffel sozusagen, jetzt nicht unbedingt für die Community sprechen.
00:09:48: Das finde ich jetzt nicht so.
00:09:49: mein, ja, das wäre jetzt nicht mein Platz, das zu tun.
00:09:52: Genau, und entsprechend holen wir uns dann lieber Experten, die diese Workshops dann auch geben.
00:09:58: Heißt also, es gibt verschiedenste Menschen, die die Arbeit in eurem Projekt machen und damit die sich auch sicher und wohl fühlen und auch einfach gut unterrichtet, dann selbst unterrichten können.
00:10:13: Gibt es eben diese Workshops?
00:10:15: Maurice, was glaubst du, wie wichtig ist das?
00:10:18: Wie wichtig das Thema Antiziganismus?
00:10:21: Wie wichtig
00:10:21: es ist, dass ihr auch euch immer weiterentwickelt, dass ihr immer weiter ... euch schuld, genau.
00:10:29: Das ist enorm wichtig.
00:10:30: Also auch wenn ich tatsächlich, also seit, weiß ich nicht, über dreißig Jahre mich sehr stark mit Thema Diskriminierung, Rassismus, Antiziganismus befasse, finde ich, dass ich bei jeder Schulung irgendetwas Neues dazu lerne.
00:10:47: Und es ist einfach, ich finde es, es muss verpflichtend sein für alle Institutionen, auch egal, ob das jetzt Abo ist oder Stadt Bielefeld oder wer auch immer.
00:10:58: Schwungern anzubeten und zwar für Pflichten, weil wir werden alltäglich und in den letzten Jahren leider immer mehr mit diskriminierenden Handlungen auch konfrontiert.
00:11:13: Und als Beraterin muss man in der Lage sein, auch seinen Klienten beizustehen und die nach Möglichkeiten zu unterstützen.
00:11:22: Ohne geschult zu werden, geht das nicht.
00:11:25: Ja,
00:11:25: total wichtig.
00:11:27: Wie seid ihr beide denn zum AWO-Kreisverband Bielefeld gekommen?
00:11:32: Wollen wir mal anfangen mit Ulrike, erzähl mal, wie ist es bei dir losgegangen?
00:11:36: Tatsächlich
00:11:37: war das direkt mein erster Job nach der Uni sozusagen.
00:11:41: Genau, ich habe ja eigentlich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache studiert.
00:11:45: Als ich dann eben so auf Jobsuche war, hat gerade die AWO ein ziemlich großes Projekt gestartet in diesem Bereich, das hieß damals Kompetenzwerk.
00:11:54: Da haben wir ebenfalls Workshops gegeben, allerdings damals für Jobcenter Kunden, die auf Arbeitssuche waren und die eben auch noch einen Sprachförderbedarf hatten.
00:12:02: Genau, und da habe ich dann sozusagen Workshops zu allen möglichen Alltagshemen gegeben.
00:12:07: Sei es jetzt Wohnen, Wohnungen finden, Wohnungen suchen oder auch Energiesparen, Arbeitssuche, also auch alles mögliche zum Alltag, aber das eben mit einem Sprachförderfokus sozusagen, also auch runtergebrochen auf einfache Sprache und so.
00:12:23: Genau.
00:12:23: Und jetzt bin ich da eben immer noch als Sprachlehrkraft.
00:12:26: Jetzt gebe ich mittlerweile ganz normale Integrationskurse und solche Sprachkurse eben.
00:12:31: Ja, aber dann hatte sich dann irgendwann diese Stelle bei Patuprenu aufgetan.
00:12:36: Also, da wurde dann jemand gesucht für diese sonstigen Aufgaben.
00:12:40: Und da wurde ich dann angesprochen, wo ich mir das vorstellen kann.
00:12:42: Und dann dachte ich mir, Ja, das sitzt zwar was, was ich noch gar nicht gemacht habe, also so in die richtige Beratung.
00:12:48: Ich habe jetzt eben nicht soziale Arbeit oder so studiert.
00:12:51: Da habe ich jetzt eigentlich gar nicht so viel Ahnung von.
00:12:53: Da ist mein Netzwerk jetzt auch noch nicht so ausgebaut.
00:12:55: Aber ja, war dann auch ganz schön, dass mir das so zugetraut wurde, dass ich mich da sozusagen einarbeiten kann in so einem neuen Bereich.
00:13:02: Und das macht mir auch Spaß.
00:13:03: Ja,
00:13:03: genau.
00:13:03: Und so seid ihr dann auch aufeinander gestoßen, ne?
00:13:07: Genau, Marisa, wie ist es bei dir losgegangen?
00:13:09: Genau.
00:13:10: Bei mir
00:13:10: ist es etwas komplizierter.
00:13:12: Ich war dreizig Jahre selbstständig und in der Zeit von Corona habe ich tatsächlich überlegt, ob das auch ... Ab gewissen Alter auch noch so erhalten bleiben kann, oder ob ich genug Sicherheit habe, zumal ich auch alleineziehende Mutter zu dem Zeitpunkt wurde.
00:13:32: Und für mich war es sehr schwierig, da ich, wie gesagt, also politischerer, natürlich schon bekannt und viel unterwegs bin.
00:13:40: Und Abo war tatsächlich der einzige Arbeitgeber, mit dem ich für mich ruhigen Gewissen sagen konnte, du teilst diese Werte eins zu eins.
00:13:53: Und ich habe mir sehr schwer getan, also mich da überhaupt irgendwie zu bewerben.
00:13:58: Aber dann habe ich mich beworben, weil das Projekt passte.
00:14:04: Genau meinen Vorstellungen passt auch an den, was ich im Grunde genommen bis dato gemacht habe.
00:14:12: Was
00:14:12: war das?
00:14:12: Was hattest du da immer?
00:14:13: Ich
00:14:14: war tatsächlich als Dolmetschern und Übersetzerin, tätig, aber überwiegend auch im sozialen Bereich.
00:14:23: Ja, natürlich auch für Polizei, Banff und Gerichte, aber sehr viel für soziale Dienste.
00:14:28: Und ich konnte mir dementsprechend auch viel an Sozialwissen und soziale Fahrungen auch aneignen.
00:14:37: Ja, beruflich bin ich völlig was anderes.
00:14:39: Also ich habe irgendwann, oh, sind schon viele Jahre her, keine Ahnung, vor vierzig Jahren oder wann war das?
00:14:46: Nee, also, v.a.
00:14:47: vielleicht im Bereich Tourismus studiert und ich... Ich gehöre auch zu den Menschen, die hier in ihren Ton, in ihrer Persönlichkeit degradiert und nicht anekannt wurden.
00:15:02: Man hat mir nach meiner Ankunft.
00:15:05: nach Deutschland gesagt, ja, also ob du studiert hast oder nicht, das interessiert uns nicht.
00:15:10: Damals war das mit der Anerkennung noch schwieriger als heute.
00:15:14: Und so musste ich zusehen, wie ich mich wieder umorientiere.
00:15:18: Damals gab es ja auch nicht so tolle Angebote, wie das bis vor kurzem der Fall war und wo ich auch hoffe, dass uns das erhalten bleibt.
00:15:28: Ja, und da kam auch der Krieg in Exegoslawien und dann habe ich tatsächlich also gewagt, mich zu verselbstständigen, zu vereidigen und eben in diesen Bereichen für diese Menschen auch zu dolmetschen und auch zu übersetzen.
00:15:44: Nun habt ihr beide ganz unterschiedliche Lebensgeschichten.
00:15:47: Ihr seid auch eine unterschiedliche Generation.
00:15:50: Das darf man ja auch so sagen.
00:15:51: Was würdet ihr sagen?
00:15:53: Was lernt ihr voneinander?
00:15:56: Also ich kann auf jeden Fall super viel von Marissa lernen.
00:15:59: Marissa ist ja... Ein wahnsinniges Energiewündel, die ja wirklich auch neben ihrem Vollzeitjob als Beraterin auch noch ganz viele andere Aufgaben wahrnimmt.
00:16:08: Also als Integrationsrätin ist sie ja auch schon langjährig unterwegs, ehrenamtlich und hat dann entsprechend auch ein Riesennetzwerk von Leuten, die sie kennt und hat auch einfach immer ganz viele Ideen, was man dann noch alles machen könnte und wen man da vielleicht noch anfragen könnte für das und das.
00:16:24: Und genau, also... Wo viele oft erst mal sagen würden, ach, oh Gott, das klingt jetzt nach viel Arbeit.
00:16:30: Oder wie soll das möglich sein?
00:16:31: Wie können wir das machen?
00:16:32: Da ist Marissa eigentlich jemand, der immer... Ja, also die sich eigentlich immer erst mal denkt, nicht, was spricht da alles dagegen, sondern einfach direkt daran denkt, wie können wir das umsetzen?
00:16:43: Und das ist wirklich... Ja, kann nicht schon viel lernen, doch.
00:16:48: Genau, und das ist nicht immer vorteilhaft.
00:16:50: Ich wiederum erwische mich tatsächlich dabei, dass ich mir denke, ey, jetzt hast du wieder deinen jüngeren Kolleginnen, alle Kolleginnen sind eben jünger als ich und jetzt hast du denn wieder was aufgetan, wieder was zugemotet, aber ich bin wirklich sehr froh, darüber in einem Touren-Team zu sein und auch Ulrike da als, ich nenne sie, auch wenn sie das nicht ist, so ein Projekt-Rordinatorin zu haben.
00:17:17: das Ganze auch ein bisschen bündelt und grundsätzlich tut es mir tatsächlich gut.
00:17:23: um vielleicht so diese Energie zu behalten, auch mit den jungen Menschen zusammenzuarbeiten.
00:17:30: Und
00:17:30: du siehst ja auch nochmal andere Herangehensweisen, oder?
00:17:33: Genau.
00:17:34: Aufgrund ihres Alters nochmal anders an die Dinge gehen als du wahrscheinlich.
00:17:38: Das auf jeden Fall.
00:17:39: Das ist etwas, was ich auch immer wieder mitkriege.
00:17:42: Natürlich muss ich dann manchmal auch mit mir selbst schimpfen und sagen so, jetzt musst du drei Schritte zurück und andere abholen oder eben es gibt tatsächlich... auch häufig ganz erfrischende Ideen, die man sich dann zu überlegt und auch zu eigen macht.
00:18:01: Also ja und außerdem, ich bin ja nicht die Internet-Generation und da gibt es dann halt häufig... Sachen, wo ich frage, wie mache ich das am besten?
00:18:13: Oder eben, ich bin auch keine Excel-Expertin, da renne ich immer zu Rieke ins Büro rein und dann wird irgendwas in der Tabelle gemacht.
00:18:24: Also insofern ja, man ergänzt sich gegenseitig,
00:18:28: denke ich.
00:18:28: Und das ist das Tolle, ne?
00:18:30: Das habt ihr ja auch beide schon gesagt.
00:18:32: Dafür steht ja auch die AWO, dafür steht der AWO-Kreisverband Bielefeld, sich weiterzuentwickeln.
00:18:39: Stetig.
00:18:40: Ja, zu gucken, was kann noch irgendwie passieren?
00:18:43: Ihr fühlt euch wohl, ne?
00:18:45: Ja, auf
00:18:46: jeden Fall.
00:18:46: Auf jeden Fall.
00:18:47: Ja.
00:18:47: Okay, dann zum Abschluss.
00:18:49: Was wünscht ihr euch für euch und euer Projekt für die nächsten, sagen wir mal, fürs nächste Jahr, Ulrike?
00:18:56: Das ist jetzt tatsächlich ganz spannend.
00:18:57: Wir wurden ja jetzt gerade verlängert.
00:19:01: Also eigentlich, wenn wir ausgelaufen ... Ende September, genau.
00:19:05: Und wir haben jetzt schon so mal die vorsichtige Zusage bekommen, dass wir verlängert werden bis zum Jahr zwanzig achtundzwanzig.
00:19:09: Da freuen wir uns natürlich.
00:19:11: Genau, aber insgesamt würde ich mir eigentlich wünschen, dass so Projekte wie unseres einfach verstätigt werden.
00:19:18: Also, dass das nicht immer nur auf so einer Projektbasis passiert und dann irgendwann gibt es uns nicht mehr und aber der Bedarf ist ja immer noch da.
00:19:26: Dann wird vielleicht ein neues Projekt an Land gezogen, aber dann muss man einfach diese ganze Infrastruktur wieder von vorne aufbauen.
00:19:32: Und das kostet ja auch jedes Mal unglaublich viele Ressourcen, bis dieses Projekt dann wieder so gut läuft, wie unseres jetzt läuft.
00:19:39: Ja, da würde ich mir auf jeden Fall wünschen, dass es da... einfach, dass da mal ein bisschen längerfristiger gedacht wird.
00:19:44: Auch von der Politik vor allem.
00:19:45: Also ich glaube, die Abo würde das auf jeden Fall sofort längerfristig machen, wenn das möglich wäre.
00:19:50: Aber da liegt das ein bisschen weiter oben sozusagen, die Entscheidung.
00:19:54: Genau.
00:19:55: Maurice, was würdest du sagen?
00:19:56: Was wünschst du dir für das nächste Jahr?
00:20:02: Meine oder unsere Arbeit scheint einigermaßen bis zu achtundzwanzig gesichert zu sein.
00:20:08: Insofern muss ich da, was meine Person anbetrifft, keine Wünsche haben, außer dass ich gesund bleibe und diese Arbeit auch fortführen kann.
00:20:19: Ansonsten wünsche ich mir das Projekt, wie der Name sagt.
00:20:26: Teilhabe von den am stärksten benachteiligten EU-Bürgerinnen auch mehr Gehör innerhalb der Politik findet, weil Ich hatte am Anfangs gesagt, dass diese Fachkräfte aus EU zugewandert häufig direkt in prekäre Wohn- und Beschäftigungslagen hierhin geholt werden und diese Menschen tatkräftige Unterstützung von Anfang anbrauchen.
00:20:56: Insofern wünsche ich mir, wie die Kollegin auch meinte, Verstätigung des Projekts innerhalb der Kommune und Ja, damit eben unsere Klientel oder Menschen, die wir uns hier herholen, auch bestens versorgt sind.
00:21:14: Wunderbar.
00:21:16: Ich danke euch, dass ihr da wart, dass ihr Eindrücke gegeben habt von eurer Arbeit und wünsche euch alles Gute für die Zukunft.
00:21:23: Morisaurike, vielen Dank, dass ihr da wart.
00:21:25: Ja, vielen Dank, dass wir unser Projekt hier vorstellen durften.
00:21:29: Ja, ich danke Ihnen auch herzlich.
00:21:32: Das war hörbar Mensch.
00:21:33: Ein Podcast, der Avobile fällt.
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