Das Ohr, das Herz und die helfende Hand im Schulalltag – mit Katharina Leu

Shownotes

In dieser Folge spricht Katharina Leu über ihre Arbeit als Sozialpädagogin in den flexiblen Hilfen zur Erziehung an einer Bielefelder Grundschule. Sie begleitet Kinder im Schul- und OGS-Alltag, hört zu, stärkt Selbstvertrauen und unterstützt dort, wo Sorgen, Konflikte oder schwierige Lebenssituationen den Alltag belasten. Katharina erzählt, warum sie ihre Rolle als „helfende Hand“ versteht, welche Herausforderungen Kinder heute beschäftigen und wie sich Schule, Familienleben und gesellschaftliche Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren verändert haben. Dabei wird deutlich, wie wichtig Zeit, Aufmerksamkeit und verlässliche Beziehungen für die Entwicklung von Kindern sind. Eine Folge über Zuhören, Vertrauen, soziale Verantwortung und darüber, warum pädagogische Arbeit weit mehr ist als die Lösung von Problemen.

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00:00:07: In erster Linie mein Arbeitgeber, aber tatsächlich auch viele liebe Menschen die man nach und nach kennenlernt.

00:00:44: Große Familie klingt jetzt kitschig, aber

00:00:47: ja.

00:00:47: Und ich bin ...

00:00:49: Ein Mensch der Gutes tun möchte und der Gute ist im Leben erfahren möchte.

00:00:55: Katharina ein ganz herzliches Willkommen zu deiner vollgehörbar Mensch.

00:00:59: Schön dass du da bist!

00:01:00: Danke das sich hier sein darf.

00:01:02: Ich freue mich

00:01:03: sehr, sehr gerne.

00:01:04: Katharina stelle dich doch zu Beginn bitte mal vor was machst Du genau beim Avokasverband Bielefeld?

00:01:10: Ich bin Sozialpädagogin in den schläg-siebelen Erziehungshilfen am offenen Ganztag.

00:01:16: Das ist ein super sperriger Begriff, HZE an OGS in aller Kürze und im Prinzip bin ich an einer Bielefelder Grundschule als Sozialpädagogin für neunzehn Kinder... also wir haben neunzen Platz insgesamt!

00:01:34: Für neunzin Kinder bin ich so'n bisschen das Gesamt rundum Wohlfühlpaket, was die Ichstärkung angeht.

00:01:41: Was den schulischen und OGS-Alltag angeht?

00:01:46: Was die Kommunikation mit den Eltern, der Familie angeht... ...mit den Lehrkräften genau.

00:01:51: Und das macht mir sich Spaß!

00:01:53: Wie stelle ich mir deinen Alltag vor?

00:01:55: Mit was kommen die Lütten auf dich zu oder mit was gehst du auf sie zu?

00:01:59: Was ist dein Alltag da?

00:02:02: Tatsächlich ganz viel Fragen.

00:02:04: Hey?!

00:02:05: Wie läuft's bei dir?

00:02:06: Wie geht's dir?

00:02:07: Und dann hoffen, dass Sie ehrlich antworten.

00:02:10: Es ist ganz viel ... wie man sich das vielleicht auch vorstellen kann in einer Grundschule mit vielen Kindern die aus verschiedensten Familien und Lebensrealitäten aufeinander treffen.

00:02:23: Viel Konfliktlösung!

00:02:25: Viel Streitsklären!

00:02:27: Viel sich um Wehwähchen kümmern sowohl körperlicher als auch psychischer Natur ganz viel offenes Ohr haben.

00:02:36: Ah, Frau Leu!

00:02:38: Mir ist heute was ganz Tolles passiert?

00:02:39: Ja erzähl mal oder ich bin voll traurig weil ja erzähl Mal sich ganz viel Zeit nehmen die leider im Schulalltag manchmal echt nicht so gegeben ist.

00:02:51: und da muss ich aber sagen da habe Ich eine sehr besondere Rolle weil ich habe deutlich mehr würde ich jetzt mal behaupten zeitliche Ressourcen als Lehrkräfte, die ihre Klassen irgendwie durchbringen müssen.

00:03:02: Als die OGS-Kräfter, die zu zweit mit Gruppen von fünfundzwanzig Kindern irgendwie versuchen und das in der Regel auch super erfolgreich schaffen alle gut und heile durch den Tag zu kriegen.

00:03:16: Ich habe Ressoursen, die manchen Kindern extrem gut tut eben weil Schul- und OGS Alltag so schnelllebig, so durchgetaktet ist.

00:03:26: Da geht es irgendwie ums Lernen, da geht's ums Mittagessen, dann werden Hausaufgaben gemacht, dann muss dies, dann das ... Und ich bin der Person, ich glaube und hoffe dass viele Kinder bei mir einfach mal durchschnaufen können.

00:03:40: Ich will grade was erzählen.

00:03:43: Hast du mal gerade Zeit für mich?

00:03:45: Meistens ist die Zeit da!

00:03:48: Weil das ist meine Aufgabe Es ist jeder Tag anders Ich glaube, wenn man mit Menschen und gerade bei Kindern in dem Alter arbeitet, dann kann man sich das wahrscheinlich gut vorstellen.

00:04:00: Ich bin viel in der Schule, ich bin im Unterricht dabei, ich begleite, ich helfe, wo es irgendwo geht... Ich bin im OGS-Alltag dabei und habe eben auch im Nachmittagsbereich meine soziale Kleingruppenarbeit, die ein bisschen das Herzstück ist.

00:04:16: Das ist immer das was bei mir am Ende des Arbeitstages kommt Und bei den Kindern natürlich auch.

00:04:22: Alles, was davor kommt ist so ein bisschen Stimmung einfangen, gucken... wie ist der in der Pause drauf?

00:04:29: Wie läuft's da in der Deutschstunde, wie auch immer?

00:04:33: und am Ende des Tages haben wir unsere Kleingruppenarbeit wo wir wirklich dann auch mal besprechen können.

00:04:37: Wo wir schöne Sachen machen, wo wir spielen können, wo Wir Spaß haben können aber halt eben auch wirklich diese soziale Lernung im Fokus haben.

00:04:45: aus beiden

00:04:46: Antworten Jetzt, wo du das grad so beschrieben hast, hab ich so gedacht.

00:04:52: Ich denk ganz häufig im Bildern und ich hab gedacht... Du bist irgendwie so das Ohr?

00:04:57: Und das Herz und der Arm

00:04:58: passt das?

00:04:59: Ja!

00:05:00: Vielleicht die Hand hätte ich jetzt gemacht.

00:05:04: Also es

00:05:04: ist immer total wichtig, genau also das Ohhr auf jeden Fall.

00:05:10: Was einfach an meiner Arbeit das Schöne ist, dass ich ein bisschen entschleunigen kann.

00:05:15: Ich kann auch mal, wenn ein Kind jetzt in einer Unterrichtsstunde sitzt und ich merke, boah dann läuft grad gar nix.

00:05:21: Der geht gerade einfach nichts!

00:05:23: Und da ist jetzt grade... hat dieses Kind jetzt gerade keine Kapazitäten irgendwie die Mottoaufgaben an der Tafel zu verfolgen?

00:05:32: Dann kann ich im Zweifel auch mal sagen, ey wollen wir mal kurz raus?

00:05:35: Natürlich alle sind Absprache.

00:05:37: Ich klau da niemanden weg aber wollen wir einmal kurz raus.

00:05:40: Willst du mal erzählen was gerade los ist?

00:05:44: Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass es manchmal schon nach einer Viertelstunde zuhören.

00:05:50: Sich das Problem anhören und validieren.

00:05:52: Hey ja!

00:05:53: Kann ich verstehen, dass du jetzt traurig bist?

00:05:55: oder kann ich verstehen?

00:05:56: Dass du da jetzt ein bisschen wütend bist.

00:05:58: Lass uns mal gucken was wir da jetzt tun können damit du nicht mehr so wütent bist oder nicht mehr traurigt bist.

00:06:03: Meistens wenn man sich dann ein bisschen die Zeit dafür nimmt lassen sich viele Probleme einfach schon klären.

00:06:10: Ich finde immer, es ist ein absolut freiwilliges Ding.

00:06:13: Also wenn ein Kind sagt ne will ich nicht mit dir sprechen?

00:06:17: Dann ist das so.

00:06:18: Dann zwinge ich niemandem dazu und dann ist das auch nichts wo man jetzt sagen muss ah du musst jetzt aber mal zu Frau Leu weil Du hast ja gerade ein Problem.

00:06:26: Es ist komplett freiwillig und deswegen würde ich vielleicht sagen dass es so bisschen die Hand gereicht wird Und entweder ein kind entscheidet sich die jetzt grade zu nehmen weil es sich besser fühlt oder die Hoffnung hat, dass das vielleicht dann besser geht.

00:06:41: Oder natürlich kann auch jedes Kind immer sagen, ich will jetzt nicht.

00:06:45: Das muss man auch Kindern zugestehen.

00:06:47: Na klar!

00:06:49: Aber alleine?

00:06:50: Die Tatsache, dass es dieses Angebot gibt überhaupt.

00:06:53: Also wenn ich das vergleiche mit meiner Schulzeit, die zugegebenermaßen vierhundert Jahre her ist... Natürlich gab es damals solche Angebote nicht.

00:07:04: Und hier hätte ich vielleicht als Kind wahnsinnig gerne angenommen, aber dass es die heute gibt... Das ist schon auf der einen Seite toll und auf der anderen Seite auch nötig?

00:07:13: Ja!

00:07:14: Zu hundert Prozent.

00:07:16: Ich stehe immer so ein bisschen auf Kriegsfuß mit den Menschen, die sagen naja wir haben's ja damals irgendwie auch geschafft.

00:07:23: Kinder und die Familien und die Gesellschaft verweichlichen alle.

00:07:28: Man muss ja auch nicht überall und alles Aber man nimmt selbst.

00:07:33: ich in meinen Jahren noch relativ, relativ jungen Jahren würde ich jetzt mal sagen.

00:07:39: Nehme gerade auch im Vergleich zu meiner Grundschulzeit aber auch im vergleich zu der Zeit um zwei tausend neunzehn habe ich angefangen in den Grundschulen unterwegs zu sein und vorher auch schon neben Nebenjob mäßig im Studium immer irgendwie mit Kindern in dem Alter gearbeitet Selbst in dieser kurzen Zeit, ne Corona, die Pandemie ist glaube ich da immer so ein Schlagwort was alle Welt irgendwie reingibt und ich glaube auch.

00:08:09: Die habe ich miterlebt als jemand der in der Schule tätig war eine Grundschule zu der Zeit.

00:08:16: Es gibt da so große Veränderungen, die wir uns nicht wegwünschen oder weghexen können sondern denen wir irgendwie entgegentreten müssen Wahnsinnig große, wo sie... Ich klopfe da nicht nur mir auf die Schulter sondern ich würde einfach sagen das ist grundsätzlich einfach wahnsinnig wichtig.

00:08:38: und da vielleicht noch mal zurück zur AWO.

00:08:40: Die AWO erkennt das an dass diese Dinge Schulsozialarbeit Quartiersarbeit jetzt von der Schule weg Dass das ein unheimlich wichtiger Teil der Gesellschaft ist wegbrechen würde oder irgendwie zurückgefahren würde, dann kommen wir als Gesellschaft glaube ich irgendwann echt in die Britoille.

00:09:01: Und ich muss sagen, ich halte gerade diese Stellen dieser Angebote, die so ein bisschen zwischen den anderen Professionen ist ja klar Lehrkräfte machen einen harmer Job.

00:09:16: auch das ist echt krass!

00:09:17: Die OGS-Kräfte haben alle Hände voll zu tun.

00:09:21: und da irgendwie diese Möglichkeit zu schaffen, das Ganze erstens zu verzahnen und irgendwie einen Bogen zu schlagen.

00:09:28: Dass es nicht zwei getrennte Systeme sind sondern auch einfach zu sagen wo können wir die Dinge auffangen, die im Alltag nicht auffangbar sind?

00:09:39: Weil die Gruppen groß sind weil sie immer mehr... Kinder gibt die Schwierigkeiten auch von zu Hause aus, wo nicht die Ressourcen da sind um gewisse Dinge mit ihnen zuhause aufzufangen.

00:09:53: Das ist für mich jetzt eine völlig klare Sache.

00:09:56: aber ich glaube heutzutage es ist alle Welten sparen und dann werden solche Angebote auch schnell mal gestrichen.

00:10:04: das macht mir Sorge!

00:10:05: Jetzt bin ich ein bisschen nachgeschriffen

00:10:07: Ja, aber das ist hier wichtig.

00:10:09: Das sind ja Teile einfach dessen und das ist auch Teil dessen was uns politisch gerade passiert und dass die AWO da super sorgsam ist und sagt, das sind unsere Werte!

00:10:20: Das ist das wo für wir stehen und wir gehen dann nicht dran so gut in dem, was halt geht und was nicht geht.

00:10:28: Das ist halt auch Teil Dessen.

00:10:31: Was ich so wahrnehme aus dem,

00:10:36: Also da wird schon geschaut und das ist natürlich nicht nur für mich als Person gut, wenn meine Stelle nicht gestrichen wird.

00:10:47: Aber es sendet auch eindeutige Signale und da habe ich jetzt eben bei dem Anfangsinterview gar nicht so drüber nachgedacht.

00:10:55: aber... Das ist schon sehr besonders glaube ich für einen Arbeitgeber gerade wenn man im sozialen Bereich unterwegs ist dass da wirklich so klare Signale gesendet werden, mit denen man sich dann hoffentlich auch selbst identifizieren kann.

00:11:14: Das zeichnet die AWO schon echt aus!

00:11:18: Du hast eben gesagt, wenn die Kleinen auf dich zukommen, sie bringen viele Themen mit, auch Themen, die sich verändert haben in den letzten Jahren, Eltern, die nicht die Ressourcen haben um sich zu kümmern, wie es sein müsste... Wie nimmst du dein Wandel war?

00:11:32: Mit was für Dingen kommen die Kleine noch dich zu?

00:11:35: Also ich sag mal ganz klassisch, aber auch das gab es glaube schon vor meiner Zeit.

00:11:44: Das gab es wahrscheinlich in den letzten Jahren schon immer.

00:11:47: Es ist viel so dieses Trennungskinder.

00:11:51: Mama und Papa verstehen sich nicht mehr oder ich darf nicht mehr zu Elternteil XY oder ich sehe Papa nur noch ganz selten.

00:12:01: dann wird sich Zuhause gestritten Ich fühl mich nicht gesehen.

00:12:08: Mein Bruder, der bekommt viel mehr Aufmerksamkeit als ich.

00:12:11: Solche Dinge sind so die Sachen, die verbalisiert werden zumindest von zu Hause.

00:12:17: Ich glaube ganz klassischerweise was viel einfach die Kinder umtreibt ist auch Streit mit den Piers.

00:12:29: Meine Freundin will nicht mehr mit mir spielen, wie auch immer diese Dinge.

00:12:33: Das ist aber wahrscheinlich denke ich mal schon immer so gewesen und das wird doch ein Teil der kindlichen Realität bleiben.

00:12:42: Ich meine es ist ja auch für Erwachsene wenn man jetzt irgendwie einen Streit hat.

00:12:45: Es ist ein extremer Stress für Körper und Geist.

00:12:50: Und ich glaube da ist tatsächlich... relativ wichtig, dass man das nicht wegwischt.

00:12:56: Also egal mit was die Kinder kommen... Egal ob es jetzt so diese schwerwiegenden Dinge sind wo ich wirklich auch denke okay da müsste vielleicht dann auch mal mit Mama und Papa drüber gesprochen werden.

00:13:09: Dass sie mitkriegt wie vielleicht der Umgangston zu Hause zwischen den Erwachsene ist.

00:13:17: Egal wie sehr erwachsene Versuche um Kinder davor zu beschützen, Dinge mitzukriegen irgendwie nicht mitkriegen sollten.

00:13:25: Kinder sind da wahnsinnig, Wahnsinnig aufmerksam und die spüren auch wahnsinnige viele Dinge auch wenn sie sich vielleicht nicht so äußern können wie das Erwachsene tun.

00:13:36: aber die Frage war nach dem Wandel ich glaube den Wandel den ich so wahrnehme beziehungsweise die Veränderung das ist gar nicht so unbedingt dass was die Kinder mir erzählen als im Sinne von Das ist jetzt gerade mein Problem sondern es ist eher das was man zwischen den Zeilen liest.

00:13:53: Das was ich daraus interpretiere, das ist natürlich immer so ein bisschen eine Gradwanderung weil man nicht annehmen kann dass meine Interpretation der Dinge die jetzt gerade von einem Kind erzählt wurden.

00:14:08: Dass das auch wirklich so ist da muss man dann relativ viel nach Forschung anstellen.

00:14:12: Da muss man mit den Eltern sprechen.

00:14:13: Dann muss man noch mal mit der Klassenärerin mit dem OGS-Erzieher sprechen.

00:14:18: Was nehmen sie?

00:14:21: Ist da die Wahrnehmung ähnlich oder gleich?

00:14:26: Aber ich glaube, da ist schon wirklich zu erkennen dass viele Basiskompetenzen nicht mehr da sind.

00:14:33: Es gibt viele Kinder, die können sich in der vierten Klasse noch nicht die Schuhe zubinden.

00:14:38: Es gibts viele Kinder die können in der Vierteklasse nicht die Uhr lesen.

00:14:41: also alles was zu meiner Grundschulzeit glaube ich und auch da muss man sagen So sozialisiert, wie man sozialisiert ist.

00:14:51: Nur weil es bei mir so war heißt das nicht dass bei allen anderen Kindern in meiner Klasse damals auch so war.

00:14:57: aber meine Wahrnehmung ist diese Dinge oft Nicht mehr zu Hause Zuhause aufgegriffen werden sondern viel auf Kita und Schule umgelagert wird.

00:15:11: Und diesen großen Berg an Dingen, die eigentlich vielleicht schon da sein müssten.

00:15:19: Den Kann-Schule und OGS ist es wahnsinnig schwierig den ganzen gerecht zu werden weil es einfach in so vielen Fällen so ist das gewisse Dinge, die vielleicht früher schon in der ersten zweiten spätestens dritten Klasse gesessen haben Kompetenzen, dass die einfach immer noch nicht da sind.

00:15:44: Und die Frage ist immer wie viele Ressourcen personell zeitlich können zur Verfügung gestellt werden um diese Dinge aufzuholen?

00:15:53: Da kommen wir gerade an einen Punkt wo an allen Ecken und Enden irgendwie versucht wird ob das die Sonderpädagogen sind, ob das die sozialpädagogischen Fachkräfte für Schuleingangsphasen sind.

00:16:07: Ob das die Stellen für das multiprofessionelle Team sind?

00:16:12: Da versuchen irgendwie alle dieser Lage her oder herinzuwerden.

00:16:17: aber es ist schwierig.

00:16:19: Es ist schwierig.

00:16:20: also ich würde sagen die Probleme der Kinder von dem was sie erzielen sind relativ gleich geblieben.

00:16:26: Aber alles was da so mit dran hängt Das hat sich schon verändert.

00:16:32: Vielleicht noch mal ein ganz kleiner Switch.

00:16:35: Wenn ich dich beobachte, wie du erzählst habe ich so den Eindruck, dass du wirklich ganz viel Leidenschaft mitbringst für dein Beruf?

00:16:44: War das für dich immer klar, dass Du mit Kindern arbeiten möchtest?

00:16:49: Nein!

00:16:52: Wie hat es sich entwickelt erzählt?

00:16:54: Mich hat das schon zu Schulzeiten immer total umgetrieben, dass ich gar nicht wusste.

00:17:02: Boah was soll ich denn später eigentlich mal... Womit soll ich den später mal mein Geld verdienen?

00:17:09: Jetzt gibt's... Ja, ich konnte eigentlich immer nur Sachen ausschließen.

00:17:14: Ich habe immer irgendwie zwischendurch gedacht ach nee, ich glaube das ist es nicht.

00:17:17: Ach, ich glaub das ist auch nicht!

00:17:19: Meine Lehrkräfte auf dem Gymnasium haben mir so Richtung Oberstufe irgendwann gesagt, hey du wirst mal Lehrerinnen.

00:17:27: Du wirst eine richtig gute Lehrerin!

00:17:30: Und ich habe immer gedacht ne da ist gar kein Bock zu.

00:17:33: Das will ich gar nicht.

00:17:35: Ich glaube mittlerweile weiß ich auch warum ich das nicht wollte und damals konnte ich es noch nicht so... noch nicht so äußern.

00:17:43: Vielleicht lag es auch ein bisschen daran, dass ich gedacht habe also das Ende der Schulzeit auch so ein bisschen herbeigesänt habe.

00:17:51: Ja verstehe ich voll.

00:17:53: Irgendwie hat's mich dann irgendwann auch genervt und hab gedacht wenn das irgendwann mal vorbei ist und ich in meinem Beruf den ich dann irgendwann mal habe die Dinge machen kann, die mir Spaß machen, dann ist ja so viel schon gewonnen.

00:18:06: Ich glaube mittlerweile kann ich relativ eindeutig sagen nicht mit Lehrkräften tauschen, weil mir mehr am Herzen liegt, dass ich Kindern dabei helfe.

00:18:18: Mit sich und ihren Mitmenschen und ihrer Umwelt gut umzugehen und einen guten Umgang zu finden als das es mir wichtig ist, dass Kinder lesen reichenden Schreiben beigebracht bekommen.

00:18:29: Also nicht, dass das Letztere unwichtig ist... würde ich niemals behaupten, aber ich glaube einfach dass für mich dieser Fokus auf das soziale und da geht es nicht nur darum wie gehe ich mit meinen Mitmenschen gut um sondern wie gehe auch mit mir selber gut um.

00:18:46: Wie kann ich gut zu mir selbst sein?

00:18:48: Wie kann ein Leben führen wo ich sowohl mit anderen als auch als auch mir selbst mit Geduld und Verständnis und Wertschätzung umgehen kann.

00:19:00: Mir glaube ich ein so wichtiges Anliegen, dass sich sagen würde, das würde ich jederzeit vorziehen, dass ich mit Kindern an diesen Kompetenzen arbeiten kann, als dass ich sage, oh, ich will da jetzt lesen und schreiben beibringen?

00:19:15: Ich habe eigentlich mich erst studiumsmäßig ganz anders orientiert... Ich muss sagen, dass ich dann aber irgendwann gemerkt habe.

00:19:27: Dadurch, dass sich schon mit vierzehn Jahren ehrenamtlich in einer evangelischen Jugend gearbeitet habe und auch immer irgendwie nebenjobmäßig mit Kindern gearbeitet haben... Aber das so ein bisschen als Hobby vielleicht angeht?

00:19:40: Na ja, das mache ich halt gerne, aber weiß nicht ob das so sein muss.

00:19:46: Irgendwann bin ich dann ... So auf der Hälfte meines Bachelorstudiums an den Punkt gekommen, da habe ich gerade in Münster im Stadtteilhaus auch in einer offenen Kinder- und Jugendarbeit gearbeitet.

00:19:57: Dann habe ich irgendwann gedacht so, das wäre doch eigentlich auch total dösig, wenn du das nicht machen würdest?

00:20:02: Wenn es dir doch Spaß macht und wenn du es doch scheinbar auch irgendwie ein bisschen okay kannst dann solltest du's vielleicht einfach mal verfolgen und gucken.

00:20:12: Und nun bist du mittendrin und voller Leidenschaft?

00:20:17: Ja!

00:20:18: Es hat ein bisschen gedauert, bis ich den Platz gefunden habe wo ich jetzt bin und wo ich mich auch wirklich wohl fühle.

00:20:29: Aber ich glaube das ist grundsätzlich so wenn man nicht die klare Vorstellung hat Boah!

00:20:35: Das soll es mal sein dass man dann vielleicht ein bisschen Dinge ausprobieren muss.

00:20:39: Ich war Gruppenleitung in einer OGS Schuhe Sozialarbeiterin für die internationale Klasse zuständig.

00:20:51: Ich habe irgendwie überall mal reingeschnuppert und hab jetzt aber so für mich gemerkt diese flexible Erziehungshilfe mit dieser sozialen Kleingruppenarbeit, das bietet mir Zeit mit den Kindern, die ich glaube in den wenigsten anderen Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit so überhaupt hätte und so nutzen könnte.

00:21:20: Deswegen ja, ich bin da sehr leidenschaftlich.

00:21:25: Ich glaube das gehört auch in solchen Berufen dazu wenn ich da Dienst nach Vorschrift mache Ja dann haben die Kinder da vielleicht auch ein bisschen was von aber längst nicht so viel wie ich es mir oder wie man sich wünschen würde und wie's vielleicht dann eigentlich gewollt ist.

00:21:43: denn Diese Stellen müssen auch von irgendwem finanziert werden.

00:21:48: Und am Ende des Tages zählt in diesen Fällen leider immer einfach auch Ergebnisse.

00:22:00: Ich glaube, dass ich da gerade an einer Stelle bin wo das ganz gut zusammenpasst.

00:22:04: ... eine Arbeit ist, die man qualitativ sehr gut füllen kann.

00:22:10: Einfach weil ich diese zeitlichen Ressourcen habe... ...weil ich diese Kleingutmarbeit habe mit drei bis fünf Kindern.

00:22:18: Das ist schon, das ist ne ganz andere Arbeit als wenn ne Lehrkraft... ...mit zwanzig bis fünfundzwanzig Kindern im Vormittagsbereich arbeitet.

00:22:26: Da kann man nicht jedes Kind so zu Wort kommen lassen wie man das möchte.

00:22:31: Ja,

00:22:32: das passt für mich alles sehr gut zusammen und ich halte diese Arbeit für absolut sinnvoll, aber deswegen mache ich es ja auch so gerne.

00:22:41: Weil da einfach eine ganz große Sinnhaftigkeit hinterstehe

00:22:45: und ich wünsche dir von Herzen dass du sie auch in der Zukunft weiter machen kannst das alle Parameter die dazugehören gegeben sind auch nun politischer Natur wie auch immer weil ich auch glaube das ist ein wahnsinnig wichtiger Job ist.

00:22:59: Katharina ein Ganz ganz lieben Dank dass Du uns einen Einblick gegeben hast in Deine Arbeit Und alles Gute für dich und die Kleinen.

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