Lebensfreude schenken und Gemeinschaft gestalten – mit Ute Diekmann
Shownotes
In dieser Folge „Hörbar Mensch“ treffen wir Ute Diekmann. Ute hat gleich zwei Jobs im AWO Kreisverband Bielefeld. Zum einen arbeitet sie als Hausleitung im Aktivitätenzentrum der AWO und koordiniert zudem das Bielefelder Netzwerk Demenz „Aufgefangen“. Im Gespräch erzählt sie, wie im Begegnungszentrum ein lebendiger Ort für Nachbarschaft, Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung entsteht. Dabei geht es auch um Einsamkeit, den Unterschied zwischen Alleinsein und Einsamkeit sowie die kleinen Schritte, die Menschen wieder miteinander verbinden können. Ute berichtet außerdem von der Arbeit mit Menschen mit demenziellen Erkrankungen und davon, wie wichtig Freude, Humor und Entlastung für Betroffene und Angehörige sind.
Transkript anzeigen
00:00:07: Ein Podcast des AWO-Kreisverbandes Bielefeld.
00:00:20: Ute,
00:00:44: ein ganz herzliches Willkommen zu deiner Vollgehörbar-Mensch.
00:00:48: Schön dass du da bist!
00:00:49: Vielen Dank für die Einladung.
00:00:50: Sehr sehr gerne.
00:00:52: Ute Du hast es gerade schon im Fragebogen gesagt.
00:00:54: Du machst zwei unterschiedliche Dinge.
00:00:56: Du bist Zugang im Aktivitätenzentrum und im Demenz-Netzwerk.
00:01:02: Zugange auch ganz ausmisfailisch ne?
00:01:04: Super
00:01:04: ausmissfailisch.
00:01:07: Wie erklärst du das jemandem der dich noch nicht kennt was deine Arbeit ist?
00:01:11: Geschreibt doch mal gut.
00:01:13: Also der größte Teil meiner Arbeitszeit ist ja tatsächlich im Aktivitätenzentrum.
00:01:17: Da bin ich zuständig eigentlich für alles, was am Tag so anfällt Ansprechpartnerinnen und für die Gäste.
00:01:28: Wir machen natürlich Teamsitzungen und überlegen uns schöne Dinge Für die Nachbarschaft.
00:01:35: wir haben jede Menge Ehrenamtliche im Haus Wir haben eine Cafeteria, wir haben verschiedene Kursangebote Nachbarschaftsgruppen treffen sich zum Spielen.
00:01:46: Also meine Zuständigkeit ist tatsächlich zu schauen, dass es ein lebendiger Ort ist.
00:01:54: Vielleicht musst du das noch mal ein bisschen erklären für die Menschen, die das Aktivitäten-Zeit rum überhaupt nicht kennen?
00:01:59: An wen richtet sich das?
00:02:01: Was ist das überhaupt für eine Institution?
00:02:04: Wenn du reinkommst, ist es erst einmal relativ unscheinbar vorne und dann öffnet sich ein großer Raum weil wir ein Begegnungszentrum sind Und dieser große Raum ist das Herzstück.
00:02:16: Das ist unsere Cafeteria, da treffen sich die Menschen zum Kaffee trinken und zum Spielen.
00:02:23: Von dort öffnet sich das Haus mit einer wunderschönen Fensterfrontrichtung innenhof.
00:02:30: Auch da ist Treffpunkt usw.
00:02:33: Alles drum herum wird von uns für die Nachbarschaft oder aus der Nachbarsschaft mit uns gestaltet.
00:02:42: Die Menschen kommen und fragen zum Beispiel gibt es hier eine Doppelkopfrunde, dann kann ich sagen noch nicht was möchtest du?
00:02:52: Ja, andere Menschen treffen dann unterstütze ich dabei das Aushänge gemacht werden und seit einem halben Jahr gibt es bei uns eine Doppelkopfrunde.
00:03:00: Ach was?
00:03:03: Dann ist das Haus dafür da dass sich auch Gruppen aus der Nachbarschaft treffen können.
00:03:10: Es wird auch genutzt von der freien Scholle.
00:03:14: Also die Menschen, die in der Genossenschaft wohnen kommen.
00:03:18: Da gibt's zum Beispiel einen kleinen Chor.
00:03:21: Genau Hausgemeinschaften treffen sich zum Kaffee trinken und wir nutzen es für unterschiedliche Angebote.
00:03:29: Wir haben von Montags bis Freitag buntes Programm Kunstkurs tanzen im Sitzen Bewegungsangebote Gedächtnistraining gemeinsam essen.
00:03:41: Ja Es ist im Grunde genommen Naja, viele Menschen die jünger sind als ich fragen dann und sagen naja ist so ein bisschen wie einen Jugendzentrum für Seniorennen.
00:03:53: Bei uns ist richtig was los!
00:03:55: Und die Gemeinschaft hält auch jung?
00:03:58: Ja das glaube ich definitiv.
00:04:01: Ich glaube korrigier mich wenn ich mich da total vergaloppiere aber... solche Begegnungsstätten zu haben.
00:04:08: Gerade in den heutigen Zeiten, im Jahr zum Jahr für die Familie, leben nicht mehr so im Familienverbund.
00:04:14: Leben vielleicht alleine ist wichtiger als hierzu vor.
00:04:17: Wie würdest du es einschätzen?
00:04:19: Unbedingt richtig!
00:04:22: Hat einen hohen Stellenwert für die Nachbarschaft?
00:04:24: Ja... Es gibt im Umfeld, also wir gehören ja zum Quartierhäperfichten und liegen da relativ mittendrin.
00:04:32: Da wohnen annähernd zwölftausend Menschen richtig viele.
00:04:38: Wie in vielen Stadtteilen ist das Alter, Durchschnittsalter recht hoch.
00:04:42: Viele alleinlebende Menschen finden bei uns einfach Geselligkeit und so.
00:04:46: Und das ist einfach was Tolles!
00:04:50: Die kommen auch einfach mal vorbeigegucken durchs Fenster.
00:04:53: ist wer da?
00:04:54: wenn nicht dann kommen sie eben zu mir um fünf Sätze zu sprechen.
00:04:58: Inzwischen kenne ich die Menschen ja auch ein bisschen besser.
00:05:02: Ich bin seit Jahrzehntausend vierundzwanzig dort und dann, wenn ich mit dem Fahrrad durch die Straßenrade, dann treffe ich auch immer mal neue Gesichter und neue Nachbarn und Nachbarin, die ich dann herzlich einlade einfach damit die Menschen Ansprache haben.
00:05:19: Und wir können natürlich auch ein Bisschen dazu beitragen dass die Menschen sich untereinander kennen und kennen lernen und sich auch gegenseitig unterstützen Dass sie aufeinander achten und auch mitbekommen, wenn's jemand nicht so gut geht oder wenn bei uns beim Essen jemand fehlt.
00:05:39: Wissen die in der Regel?
00:05:40: Ach nee da ist jetzt gerade irgendwie ein Ausflug dran oder leider vielleicht auch mal ein Krankenhausaufenthalt.
00:05:46: Es ist einfach also, wenn es rundläuft sollte.
00:05:51: Sondern ein bisschen eine sorgende Gemeinschaft sein.
00:05:53: Heißt das entstehen auch zwischen den Menschen die sich bei euch regelmäßig immer wieder treffen?
00:05:58: Freundschaften, Bekanntschaften... Flötereien hör mal!
00:06:04: Ja ja von allem etwas weil ja auch neue Nachbarn-Nachbarinnen dazu ziehen und sich die Gruppen so finden, wie ihr Interesse ist.
00:06:18: Manche spielen total gerne.
00:06:21: Wir haben jetzt unser Büchertauschregal neu belebt.
00:06:25: Da trifft sich eine kleine Bücherfreundin-Gruppe Genau da kommt jetzt eine Nachbarin seit ein paar Wochen neu dazu.
00:06:33: Das ist total schön.
00:06:36: Also Freundschaften haben sich bestimmt entwickelt.
00:06:38: So kleine Liebileien Ich denke auch.
00:06:42: Ja, ja kriege ich aber nicht so wirklich richtig mit
00:06:46: und wahrscheinlich wärst du auch viel zu diskret um darüber zu erzählen.
00:06:49: im Wodka.
00:06:50: auf jeden Fall denke ich auch die Menschen sollen es mal für sich selbst genießen.
00:06:56: ist das Thema Einsamkeit was was thematisiert wird?
00:07:00: Also wir thematisieren es eigentlich ziemlich oft So, als ich angefangen bin Ende vierundzwanzig hatten wir auch so eine kleine Reihe für Geselligkeit.
00:07:11: Weil Einsamkeit ist ja schon auch unschön und scharmbahaftet.
00:07:18: also niemand gibt oder viele geben nicht gern zu dass sie einsam sind.
00:07:22: Ja!
00:07:23: Und insofern es ist wichtig es zu benennen und was ich automatisiere ist den Unterschied oder den Unterschied herauszuarbeiten zwischen allein sein Und einsam sein.
00:07:34: Weil es gibt schon viele Menschen, die können gut allein sein.
00:07:40: Die haben ihren Balkon, ihre Wohnung und ihr Hobby so.
00:07:46: Sie möchten aber nicht gern einsam seien.
00:07:48: Wenn sie dann merken, ich habe zu wenig Kontakt, dann können sie zu uns kommen.
00:07:53: Was glaubst du?
00:07:54: Warum ist Einsamkeit zu scharmbehaftet?
00:07:59: für sich so subsumieren müsste.
00:08:02: Ach, ich hab scheinbar irgendwas falsch gemacht im Leben.
00:08:05: oder was ist dann die Schlussfolgerung?
00:08:07: Also vermeintlich immer
00:08:08: ein Ansatz.
00:08:12: Gute Frage!
00:08:15: Ich schätze es so ein... also Einsamkeit ist deswegen scharm behaftet ja weil's ein vermeintlicher Mangel isst.
00:08:23: Ich schaffe es nicht rauszugehen das schaffen doch alle anderen.
00:08:27: Ich sehe die Menschen noch auf der Straße und ich schaffe das nicht.
00:08:31: Die Menschen können miteinander sprechen, ich weiß nicht was ich sagen soll.
00:08:36: Ich habe seit Monaten keinem mehr gesehen, ich weiss gar nicht mehr wie es geht.
00:08:42: Alle
00:08:42: kriegen Besuch von ihrer Familie, ich habe niemanden oder ich habe keinen Kontakt mehr zu meiner Familie.
00:08:49: Und genau das ist ja etwas ganz, ganz häufig vorkommt und sich Menschen aber dafür schämen weil sie glauben dass... würde den anderen nicht sehen.
00:08:58: Die sehen dann, ach ja guck mal da geht jemand mit seiner Tochter spazieren oder seinen Sohn oder wie auch immer bei mir kommt keiner mehr.
00:09:06: Aber es gibt ganz viele denen zu geben.
00:09:09: Es gibt
00:09:09: ganz, ganz viele und gerade das ist auch wichtig, ist man einfach zu benennen.
00:09:13: Ja genau.
00:09:14: Ihr könnt alle gerne hier hinkommen so und wenn es ein Stück Wahlfamilie ist, dann ist es auch prima.
00:09:21: Hier schreft ihr gleichgesinnte, bei anderen ist auch nicht alles in Ordnung.
00:09:26: Weiß Gott nicht!
00:09:27: Also insofern und die Schwelle ist für viele auch hoch so und wir haben den Vorteil, wir sind ja ein Nachbarschaftszentrum da gibt es auch Ärzte drum rum also Arztpraxen und manchmal kommen die Menschen über uns zu warten wenn's dazu voll ist Und dann haben sie schon mal einen Schritt ins Haus gemacht.
00:09:47: Super,
00:09:48: ja!
00:09:48: Dann kann ich Sie ansprechen und herzlich einladen... ...und in der Rehokonte erstmal nein, nein, ich warte hier nur beim zweiten Mal grüßen Sie vielleicht schon selbstständig und beim fünften, sechsten oder siebten Mal schaffen Sie es auch bis zur Tasse Kaffee und dann haben Sie unheimlich viel geschafft und stellen fest, hier kennen sich nicht alle so.
00:10:12: Es geht vielen so wie mir.
00:10:14: Also dieser Eindruck, alle kennen sich nur ich gehöre nicht dazu passt überhaupt.
00:10:19: Es geht auch hier alleine zu sitzen weil das machen andere auch und es dauert eben nicht lange weil wir ja auch noch da sind.
00:10:26: Es sind viele Ehrenamtliche auch im Haus die in der Cafeteria unterstützen und dort auch den Kaffeebetrieb damit arbeiten und die haben durchaus auch ein Ohr Ja.
00:10:38: Und die sind einfach auch nicht professionell, den kann man um andere Sachen erzählen als mir.
00:10:42: Ja, voll schön!
00:10:44: Super so.
00:10:45: Ohne ihren Amtliche wird es vermutlich ja auch alles nicht funktionieren, ne?
00:10:48: Also Ehrenamtliche machen schon noch einen wichtigen Teil sowieso beim Abokreisverband Bielefeld aus.
00:10:53: Ja und das ist ja auch die Idee dass es Aus der Nachbarschaft für die Nachbarsschaft ist und letztendlich ist mein Job also zu flankieren dass die Menschen das gut hinkriegen.
00:11:06: Und wenn ich nicht da bin, dass der Laden läuft so mit allem was dazugehört.
00:11:12: Dass es funktioniert und manchmal auch nicht klappt.
00:11:14: Dass der Kaffee alle ist, der Kuchen zu süß oder was auch immer und die Menschen gegenseitig sich unterstützen.
00:11:23: und ja, dass einfach da Leben im Haus ist.
00:11:28: Und letztendlich, klar machen Ehrenamtliche da viele unterschiedliche Jobs im Sinne von alle geben was sie können.
00:11:40: So angefangen von ein Nachbar kommt regelmäßig zum Pflanzen gießen bis regelmäßige Unterstützung in der Cafeteria mal Mittagessen kochen Mal morgens helfen Stühle zu stellen was eben so anliegt und toll ist, wenn wir Veranstaltungen haben.
00:12:01: Das finden sich immer Menschen... Ah die kommen!
00:12:04: Ist natürlich nicht unwichtig ne?
00:12:06: Und auch die mit auf und abbauen.
00:12:08: Wir hatten jetzt am Wochenende, hatten wir die sogenannte lange Tafel Also man kann es sich so vorstellen, zwanzig Meter weiße Tischdecken.
00:12:17: Ja
00:12:17: toll, ein tolles Vorwärts-Kennig.
00:12:20: Alle haben was mitgebracht und wir haben gemeinsam aufgebaut.
00:12:22: Wir haben gemeinsam abgebaut und dazwischen hatten wir eine wunderbare Zeit mit so viel leckerem Essen.
00:12:28: Und das Tollste daran ist dann ja auch, man kann dann das erst etwas zu Hause nicht geben?
00:12:32: Ja,
00:12:32: toll!
00:12:33: Das ist super und großartig.
00:12:35: Das schmeckt ja auch häufig noch mal besser.
00:12:38: Es war ganz schön.
00:12:40: Wenn du davon erzählst, macht das ein Eindruck?
00:12:43: Jetzt würde dich das auch schon berühren.
00:12:45: Wenn so was funktioniert.
00:12:47: Ja, natürlich ist es mal ein bisschen aufregend.
00:12:50: So haben wir genug beworben.
00:12:53: Haben die Menschen fröhlich und freundlich angesprochen.
00:12:56: Wer kommt denn jetzt?
00:12:58: spielt das Wetter mit?
00:13:00: Es war am Samstag ja ein wunderbarer ostwestfälischer Sommertag.
00:13:03: Zweiundzwanzig grad nicht zu heiß.
00:13:05: Dann geht das ... Genau, bei thirty-fünf Grad geht
00:13:10: es leider
00:13:10: nicht.
00:13:12: Und dann ist das immer so ein bisschen aufregend.
00:13:13: und wenn die Menschen sitzen und zufrieden sind und sich unterhalten... Es sind drei neue Nachbarn, Nachbarinnen gekommen, die sich mit an den Tisch gesetzt haben.
00:13:26: Ja, da bin ich zufriedenen und kann mich auch entspannt zurücklehnen und denken, gute Sache!
00:13:33: Hier haben wir Gemeinschaft angeboten und die Menschen haben eine schöne Zeit mit einem anderen verbracht.
00:13:41: Ja, das ist mir schon ein Anliegen!
00:13:43: Weil es einfach so einen großen Wert für die Menschen hat.
00:13:46: Dass du Menschen verbinden kannst auch, ne?
00:13:50: Und wirklich eine lebendige... Nachbarschaft anzubieten.
00:13:56: Und bei uns einen Raum zu haben, ach wir lachen auch gerne und viel.
00:14:04: Vielfach ist das Leben schon an vielen Stellen schwer.
00:14:08: so alt werden ist auch nichts für Feiglinge.
00:14:12: da gibt es irgendwie Erkrankungen unterschiedliche sie sagen ja mal so schön meine Zipperlein einfach auch Dauerschmerzen und so weiter.
00:14:24: Und trotzdem oder gerade deswegen richtig ordentlich auch mal zu lachen, das hilft einfach um wieder gestärkt nach Hause zu gehen.
00:14:35: Ich lache wirklich gern!
00:14:38: Humor ist ja auch mit des wichtigsten Mitteln.
00:14:40: Ich kann mir vorstellen, um den Bogen zu deiner zweiten Tätigkeit zu finden, dass auch in der Arbeit mit dem menscherkrankten Menschen Humor auf durchaus ein wichtiges Instrument ist?
00:14:52: Ja
00:14:52: Ganz unbedingt.
00:14:53: Erzähl von deinem zweiten Job!
00:14:58: Da bin ich ja als Koordinatorin für das Bielefelder Netzwerk Demenz ausgefangen tätig.
00:15:04: Aufgefangen ist da schon auch ein wichtiger Untertitel, weil es eben darum geht Menschen und vor allen Dingen häufig auch Angehörigen so einen Netzwerk anzubieten.
00:15:17: Ich selber arbeite gar nicht so viel mit Menschen, die eine demenzielle Erkrankung haben.
00:15:24: Sondern bin eher dafür zuständig mit den anderen Mitgliedern und den anderen Menschen- und Institutionen im Steuerungskreis zu schauen.
00:15:35: was braucht denn Bielefeld?
00:15:37: oder was denken wir?
00:15:39: Was gut wäre für Biele Feld um das Thema Demenz, kognitive Veränderung in der Gesellschaft ein Stück zu enttabuisieren.
00:15:51: Zu verdeutlichen es ist eine Erkrankung und es ist auch eine gemeine Erkrankung.
00:15:56: Sie ist nach wie vor nicht heilbar und gleichwohl gibt es Möglichkeiten der Unterstützung und auch Angebote die Menschen mit demenziellen Erkranken auch Lebensfreude schenken.
00:16:08: Und da haben wir dann die Freude, die da ins Spiel kommen.
00:16:11: Da bin ich auch tatsächlich direkt mit den Menschen unterwegs weil wir bei uns im Haus eine Betreuungsgruppe haben für Menschen ja mit demenziellen Erkrankungen oder auch kognitiven Veränderung.
00:16:25: und da ist die Idee an einem sogenannten wunden Nachmittag den Menschen einfach drei Stunden Freude zu schenken bzw.
00:16:36: uns gegenseitig Freude zumachen.
00:16:39: und der bunte Nachmittag ist eigentlich so eine Situation für die Gäste, wo sie Kurzweil haben Kaffee trinken, ein bisschen Kuchen schnuckern.
00:16:52: Manchmal gibt es natürlich auch Eis wo wir miteinander spazieren gehen und spielen und die sich gegenseitig so nehmen wie sie sind.
00:17:00: Und für die Angehörigen einfach einen Nachmittag auch Pause aus der Vierundzwanzig Sieben-Betreuung wo sie vielleicht notwendige Ämtergänge erledigen in Ruhe oder einfach auch völlig legitim auf der Bank sitzen, durchatmen.
00:17:19: Auch das.
00:17:20: Also soll für alle Beteiligten eigentlich eine gute Sache sein?
00:17:23: Und da bin ich mittendrin und wir haben jede Menge Freude weil es einfach so viel Spaß macht mit den Menschen unterwegs zu sein.
00:17:34: So unterschiedlich wie sie sind ja ist toll.
00:17:39: also verbinden menschen verbinden Menschen entlasten Menschen helfen Aber vor allem Menschen, Freude bereiten.
00:17:48: Das höre ich bei dir ganz, ganz doll durch, ne?
00:17:51: Also es passt auch wenn ich dich jetzt so kenne.
00:17:56: Du sitzt mir gegenüber in deiner gelben Jacke und siehst schon so freudig aus!
00:18:03: Ja, das ist eine richtig tolle Möglichkeit.
00:18:08: Hatt' ich ja auch geschrieben... Wer hat schon einen Arbeitsplatz der den Auftrag hat Lebensfreude zu schenken oder Aktivitäten anzubieten, die Lebensfreuden unterstützen.
00:18:22: Gleichwohl schon auch ich meine... Ich bin langjährige Mitarbeiterin der AWU mit dem Fokus auf gegenseitiges Respektvolles miteinander wertschätzenden Umgang und so weiter.
00:18:39: Das ist tatsächlich, also es ist bei uns im Haus auch manchmal eine Gratwanderung, auch schwierige Dinge zu thematisieren.
00:18:47: Ja
00:18:48: aber das gehört ja auch dazu der Verschließt sich ja auch keine, aber man muss das glaube ich
00:18:53: respektvoll
00:18:54: tun.
00:18:55: Ja genau.
00:18:56: Also auch gegenseitig zu thematsisieren wie wir auch miteinander umgehen möchten?
00:19:02: und letztendlich anzuerkennen, wie unterschiedlich wir sind.
00:19:07: Es
00:19:08: sind ja überwiegend ältere hochaltrige Menschen im Haus, die haben unheimlich viel Lebenserfahrung und ganz viele Ereignisse, die ihr Leben prägen.
00:19:20: Davon zu hören bietet für mich so eine große Möglichkeit Verständnis auch für unterschiedliche Lebenssituationen zu entwickeln Und meine Hoffnung ist dann, dass das auf andere auch überschwappt.
00:19:34: So dass Menschen ganz unterschiedliche Angoleur einfach gut miteinander klarkommen können.
00:19:40: Um diese Werte zu transportieren selbst zu leben und auch Menschen Freude zu bringen muss ja auch viel Freude in dir wohnen?
00:19:49: Ja!
00:19:50: Würde ich meistens schon,
00:19:52: wo speist du deine Freude?
00:19:54: Wo die herkommt.
00:19:56: Wo ist die Quelle deiner Freuden?
00:20:00: Die Quelle meiner Freude ist tatsächlich Bewegung!
00:20:04: Ich bewege mich gerne... Heute Morgen war ich zum Beispiel schon im Schwimmbad.
00:20:11: Genau, ich mag es draußen im Wald in der Natur unterwegs zu sein und zu laufen, zu wandern oder halt auch im Schwimmbad durchs Wasser zu flügen.
00:20:23: Wenn ich mich bewege dann tanke ich so richtig auf.
00:20:26: Ja für manche ist das ja vielleicht so oh dann bist du hinterher vielleicht ja auch erschöpft?
00:20:30: Das passiert auch!
00:20:33: In der Regel gibt es mir aber mehr als ich gebe.
00:20:37: Und wenn ich erschöpft bin, dann esse ich auch richtig gern und manchmal schauen die Leute dann etwas erstaunt, wenn sie mich sehen so als doch eher kleinere Frau ja, die auch recht schmal wirkt.
00:20:53: Wo steckst du das hin?
00:20:54: Ich sag', das ist Energie!
00:20:57: Die nutze ich für mein
00:20:57: Leben.".
00:20:59: Und das macht schon auch ein Teil der Freude aus, die ich weitergeben kann.
00:21:05: Und trotzdem gibt es ja auch mal Momente wo selbst du natürlich an ihre Grenzen kommt und sagt oh meine Güte jetzt reicht's.
00:21:13: aber ne?
00:21:14: Die gibt's!
00:21:17: Ja auch ganz legitim.
00:21:19: Sprichst du mit Kolleginnen und Kollegen tauscht ihr euch aus.
00:21:22: wie ist das?
00:21:25: Klar gibt's Grenzen also... Ich merke die in der Regel ziemlich gut.
00:21:31: Das ist vielleicht das Vorteil von langjähriger Großerfahrung und darüber hinaus haben wir auch ein Team, es ist noch die Hauswirtschaftskraft mit im Haus den tollen Job in der Küche macht und dreimal in einer Woche das Mittagessen zubereitet.
00:21:51: Es gibt eine Kollegin in der Quartiersarbeit Wir treffen uns regelmäßig einmal in der Woche Und da ist auch Platz für Psychologiene.
00:21:59: So, im geschützten Raum darf man auch sich über Dinge austauschen die ich hier nicht benenne und die dann dafür sorgen auch wieder ein bisschen Abstand zu gewinnen um dann zu gucken Mensch was machen wir denn jetzt?
00:22:15: Ja selbstverständlich gibt es das Und auch wir sind Menschen und ganzheitlich unterwegs.
00:22:25: Das ist einfach ... Wir lachen gern, aber es gab auch schon Situationen, da haben wir auch zusammen geweint.
00:22:32: Ja gehört zu?
00:22:33: Genau so dazu.
00:22:34: Gehört dazu!
00:22:35: Und das halte ich auch für wichtig, da wirklich auch ehrlich sein.
00:22:41: Wenn einem etwas wichtig ist und berührt... ja dann ist es so.
00:22:45: Ja und ähm...ja.
00:22:49: Und dann schaut man hinterher weiter Ja, ja.
00:22:52: Das passt schon!
00:22:54: Schon eine gute Stelle.
00:22:55: Das ist auch ganz ausphäisch irgendwie voll schön.
00:23:02: Ich finde es ist auch ein fantastisches Abschlusswort.
00:23:05: Wir könnten wahrscheinlich noch ewig weiter reden und ich hätte auch wahnsinnig viel Lust mir deine Freude noch weiter abzuholen.
00:23:12: aber erst mal vielen Dank für deine Einblicke Ute.
00:23:16: Schön dass du da warst.
00:23:17: Gerne.
00:23:18: Und gerne auch mehr ne?
00:23:20: für alle eine herzliche Einladung in der Mainhausstraße vorbeizukommen.
00:23:24: Wir haben immer einen Kaffee da,
00:23:26: super!
00:23:26: Ich komm vorbei.
00:23:27: Alles
00:23:27: klar?
00:23:28: Bis dann, tschüss!
00:23:30: Das war Hörber Mensch ein Podcast der Avobilefeld.
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