Gesehen werden im Schulalltag – mit Nuray Ün
Shownotes
In dieser Folge „Hörbar Mensch“ treffen wir Nuray Ün. Seit fast 25 Jahren arbeitet sie als Schulsozialarbeiterin im AWO Kreisverband Bielefeld. Die AWO ist ihr erster Arbeitgeber, bei dem sie angekommen ist. Im Gespräch erzählt Nuray, wie ein Arbeitstag zwischen festen Terminen und spontanen Anliegen aussieht und warum der enge Kontakt zum Lehrerkollegium so wichtig ist, um auch die unscheinbaren Kinder zu erreichen. Sie beschreibt, wie sie Jugendliche dabei begleitet, mit ihren Eltern ins Gespräch zu kommen, und warum Zuhören und Wertschätzung ohne Bewertung im Mittelpunkt stehen.
Außerdem geht es um die Veränderungen der letzten Jahre: mehr psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen, getrennte Familien und lange Wartezeiten auf Therapieplätze. Nurays Wunsch für die Zukunft ist mehr Anerkennung für die Schulsozialarbeit und Erwachsene, die Kindern und Jugendlichen wirklich zuhören.
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00:00:07: Ein Podcast des AWO-Kreisverbandes Bielefeld.
00:00:45: den Menschen begegnet und sich auf die einlassen kann.
00:00:50: Noura, herzlich willkommen zu deiner Folge.
00:00:53: Hörbar Mensch!
00:00:53: Schön dass du da bist.
00:00:55: Dankeschön das ich eingeladen wurde.
00:00:57: Ich freue mich total, dass du heute da bist und mir zum Thema Schulsozialarbeit in der ganze Menge erzählt.
00:01:04: Ich glaube, dass das ein Fachbereich ist oder ein Bereich ist,
00:01:10: der
00:01:10: wahnsinnig wichtig
00:01:13: und wahnsinnig vielfältig ist.
00:01:15: Vielleicht kannst du mir überhaupt mal erzählen, wie sieht dein Alltag aus?
00:01:18: Was machst Du?
00:01:20: Der Alltag wird bestimmt von den Themen, die zum Teil spontan entstehen, zum Teil aber auch natürlich terminiert sind.
00:01:30: Die Arbeitswährpunkte sind ganz unterschiedlich.
00:01:33: im Fokus steht immer das Kind oder der Jugendliche in meinem Fall an einer weiterführenden Schule Und die Jugendlichen, die Kinder kommen mit ihren Anliegen.
00:01:45: Das können ganz Kleinigkeiten sein mit Streitereien untereinander – das ist eher bei den Jüngeren oder auch größere Streitereiens bis hin zu persönlichen Privatenfamiliären oder auch krankheitsbedingten Konflikten, Unwohlsein, Erkrankungen.
00:02:06: Daher macht es die Arbeit sehr vielfältig und so ein Arbeitsalltag.
00:02:11: Ich habe einen Plan, ich hab meistens Termine im Kalender stehenfeste Termine und dann kommt irgendwas dazwischen und da muss ich die Termine je nachdem wie dringlich die Anliegen der Jugendlichen, der Schülerinnen... ist die Termine verschieben, ausfallen lassen oder irgendwie gucken, dass sich alles unter einem Hut kriegen.
00:02:34: Du musst auch ein bisschen jonglieren und flexibel sein?
00:02:36: Definitiv!
00:02:37: Flexibilität gehört dazu und auch einschätzen was hat jetzt Vorrang.
00:02:43: Welches Anliegen ist so im Vordergrund, das es sofort besprochen und Lösungswege gemeinsam gefunden werden muss und welches ist vielleicht was man so immer wieder besprechen muss, weil das total vielfältig
00:03:02: ist.
00:03:04: Was ich mir vorstellen kann, dass du für diesen Beruf ein gutes Auge brauchst?
00:03:11: Auf jeden Fall einlassen können sich auf die Kinder- und Jugendlichen in guter Kontakt mit den Kindern und Jugendliche sein, Präsenz zeigen, präsent sein und auch Kontakt zur Kollegin Lehrerkollegium um auch in Austausch zu sein.
00:03:31: Wenn ich nicht sichtbar bin, dann kriege ich wenig mit.
00:03:34: Ja genau!
00:03:34: Auch
00:03:35: von den Kollegen?
00:03:36: Und
00:03:37: natürlich brauchst du... also ich habe jetzt bewusst mit dem Auge angefangen weil normalerweise würde ich jetzt wahrscheinlich mit dem Ohr anfangen wenn du hörst ja auch erstmal viel zu und sagst hey was ist denn da los ob nun bei den Jugendlichen den Kindern oder bei deinen Kolleginnen?
00:03:52: aber du musst ja auch vielleicht ein Auge auf die haben, die sich gar nicht melden bei dir oder?
00:03:59: Das ist tatsächlich so dass auch Kinder und Jugendliche, die unsichtbar sind.
00:04:05: Auch auffallen.
00:04:07: daher ist die Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium Emens wichtig, dass sie dann auch auf uns zukommen und sagen da ist irgendwas auffällig, die ist mir zu unscheinbar oder er ist mehr zu unschalbar weil wir So ja nicht am Unterricht teilnehmen, hospitieren schon mal oder soziales Lernenangebote machen wir auch mal.
00:04:32: Aber wir sind nicht kontinuierlich wie das Lehrerkollegium im Unterricht dabei.
00:04:37: Deswegen ist der Kontakt zum Kollegium sehr wichtig Und so kriegen wir die Kinder und Jugendlichen dann auch mehr mit.
00:04:47: Wenn ein unscheinbarer Jugendlicher oder Kind auffällt, dann gucken wir uns den natürlich dann mehr an in den Pausen mal in der Stunde zu hospitieren, zu gucken, mitzugehen am Sportunterricht zum Beispiel teilnehmen und gucken wie er sie auffält und den Kontakt herstellen zu dem Jugendlichen oder Kindern.
00:05:11: Können die Kinder und Jugendlichen dann aber auch von sich aus zu dir kommen?
00:05:16: Das ist meistens der Fall.
00:05:19: Die kommen von sich, weil sie uns kennen.
00:05:22: Und die Schüler und Schülerin kennen das bereits mittlerweile schon aus der Grundschule.
00:05:29: Das hat sich ja auch mit der Zeit verändert Und die kennen das.
00:05:32: Wir stellen uns auch als Schulsozialarbeiter am Anfang des Schuljahres vor, so haben die Kinder schon direkt ein Gesicht zu uns und am Anfang sind wir präsenter bei den Kindern.
00:05:46: So sehen sie uns auch und wissen da kann ich mit meinen Streitereien erst mal mit kleinen Streiteren hin.
00:05:55: Das fällt dann sehr schnell auf wenn es mehr ist Wie?
00:06:00: gehen die Kinder und Jugendlichen auf euch zu selbstbewusst und sagen, ich will was erzählen.
00:06:06: Oder es zögerlich ist, dass die komplette Bandbreite wie der lese mir vor.
00:06:12: Ist er mir vor, wenn mich jetzt reinversetzt als kleines Mädchen, das hätte ich mich nie getraut, irgendjemanden zu sagen, wo ich Kummer hab?
00:06:22: Tatsächlich geht es vielen so.
00:06:24: Und warum soll es den Kindern anders gehen als uns Erwachsene?
00:06:28: Meistens sind das die Freundinnen, die Freunde, die sagen kommen wir gehen mal zu Frau Ühn oder zu meiner Kollegin Oder die Lehrerinnen sagen geh mal zu ihr hin Das tut dir bestimmt gut.
00:06:40: oder die Lehrer sprechen uns an und sagen willst du mal den Kontakt zu der Person aufsuchen?
00:06:47: In der Regel kommen die Schüler in wenig von alleine.
00:06:51: Die ersten Male, wir reden von den ersten Malen, kommen in Begleitung meistens und das ist auch gut so.
00:06:58: Und dann müssen wir schnell sortieren.
00:07:00: Ist es etwas was man mit der Begleitung mit besprechen kann oder ist es etwas tiefergehendes?
00:07:06: Was die Begleiterung belasten würde?
00:07:08: Dann müssen wir das schnell sortiert und sagen okay Toll, dass du da bist und deine Freundin oder deinen Freund unterstützt.
00:07:14: Aber ich würde gerne alleine mit ihm oder ihr weiter
00:07:17: sprechen.".
00:07:18: Und das klappt meistens ganz gut!
00:07:20: Du hast es eben schon im Fragebogen gesagt, um das seit fast einem Vierteljahrhundert in der Schulsozialarbeit... Was für Themen beschäftigen dich da?
00:07:32: Wie haben die sich vielleicht auch verändert im Laufe der Jahre?
00:07:36: Es ist sehr vielfältig ...mit der Zeit gewinnt man ja an Erfahrung und ich kann mich Gott sei Dank gut distanzieren von den Themen.
00:07:48: Ich nehme sehr wenige Fälle mit nach Hause, ich kann gut abschalten und das tut mir gut.
00:07:57: Natürlich wenn es gravierende Fälle sind bis ich weiß die Jugendliche ist gut versorgt beschäftigt mich das.
00:08:07: Wenn das geschehen ist dann kann ich sofort aber abschalten.
00:08:11: Was hat sich verändert, wenn ich das über die Jahre vergleiche?
00:08:15: Vielleicht hatte es auch mit dem Schulformen was zu tun.
00:08:19: Früher hatte ich viel weniger Kontakt mit den Eltern, hatte viel mehr mit den Jugendlichen zu tun.
00:08:27: jetzt ist auch sehr viel Kontakt mit meinen Eltern und Ich sehe auch die psychische Belastung bei den Kindern und Jugendlichen ist größer geworden.
00:08:36: aber das wird ja Seit Jahren rausgeschrien, die Belastung bei den Kindern und Jugendlichen nahezu psychischen Krankheiten sind angestiegen.
00:08:48: Therapeuten und auch die ambulanten und auch stationären Teilambulantenstellen sind belegt voll.
00:08:57: dann Platz zu kriegen ist nicht so ganz einfach und das wird immer leer.
00:09:02: Ich weiß noch, zu meiner Zeit waren es damals meine drei-vier Schulpsychologinnen und die haben für ganz Bielefeld ausgereicht.
00:09:11: Mittlerweile liegt das glaube ich bei uns fünfzehn Personen.
00:09:14: Und es reicht immer noch lange nicht?
00:09:16: Eben!
00:09:18: Also das hat sich verändert glaub ich in die Belastung bei den Jugendlichen, bei den Kindern aber auch bei den Eltern.
00:09:26: Kannst du Gründe dafür ausmachen?
00:09:29: Ich weiß es nicht.
00:09:30: Vielleicht sind wir sensibler geworden, vielleicht sind es die Lebensbedingungen, die sich verändert haben, familiäre Strukturen, die sie mitverändert haben.
00:09:44: Auf Corona wird ja vieles zurückgeführt aber das kann es nicht nur sein.
00:09:50: sicherlich hat es dazu noch als ein Faktor dazu beigetragen.
00:09:56: Aber das ist es nicht.
00:09:57: getrennte Familien, die Kinder sind zwischen zwei in der Regel... Es gibt da ja verschiedenste Konstellation von Familien.
00:10:06: zusammenleben dazwischen oder dabei oder als Vielfalt kann man das nehmen aber auch als Zwischen den Stühlen kann man Das sehe ich immer wieder jetzt aktuell bei einigen Schülern als Thema.
00:10:22: Krankheiten sind Thema und die psychische Belastung ist bei den Jugendlichen und Kindern doch angestiegen, auch vielleicht war das vorher nicht so bewusst?
00:10:34: Ja genau.
00:10:36: Ob das jetzt tatsächlich messbar mehr geworden ist, das weiß ich nicht.
00:10:40: Vielleicht weil wir genauer hingucken
00:10:42: Ja, wahrscheinlich ist das wirklich eine Mischung.
00:10:44: Und auf der einen Seite ist es auch kein Stigma mehr belastet zu sein oder traurig zu sein und wie auch immer.
00:10:54: also das sind so Sachen die glaube ich mit reinspielen.
00:10:58: dann kommt Social Media bestimmt noch dazu getrennte Eltern du hast das gerade schon gesagt und Krankheiten auf die wir vielmehr achten.
00:11:05: früher warst du vielleicht ein Hibbelkopf.
00:11:07: heute kann man sagen ey da kann eine Diagnose hinterbrecken
00:11:11: Und das ist sehr oft der Fall.
00:11:14: Wenn ich das jetzt mit vor fünfzehn Jahren vergleiche, da hatten wir vielleicht in der Klasse ein ADHS-Kind.
00:11:24: Mittlerweile sind es vier, fünf, sechs, sieben also ganz unterschiedlich und entweder wir gucken genauer hin oder was du sagtest auch durch zusätzliche Belastung plus andere Kindheit anders erleben mit Medien.
00:11:42: oder hebt das mehr hervor, vielleicht?
00:11:44: Mögliche.
00:11:45: Oder begünstigt das ... Ja,
00:11:47: genau.
00:11:49: Ich denke auch es hat sich viel verändert.
00:11:50: überleg mal ich gehe auf die fünftig zu und ich war damals die einzige, der in Eltern geschrieben waren meiner Grundschulklasse.
00:11:59: Ich war sowas wie ein ja... Das Mädchen mit vier Köpfen so ungefähr Heute.
00:12:06: such mal noch eine Familie, wo die Eltern noch zusammen sind.
00:12:09: Vielleicht ein bisschen sehr überspruchsgesagt.
00:12:11: Aber es hat sich schon wahnsinnig viel für die Lütten verändert in ihrem Lebensalltag und ... Ohne das zu werten, das ist glaube ich ganz wichtig.
00:12:22: Ich glaube dass es mehr geworden ist auch wiederum positiv weil dann ist man nicht die Ausnahme.
00:12:29: Es ist völlig normal dass Eltern getrennt sind und dass man in zwei Haushalten lebt oder überhaupt keinen Kontakt zu dem anderen Elternteil hat.
00:12:39: Auch wenn das belastend ist muss es kein großes Geheimnis
00:12:44: sein
00:12:45: Und das
00:12:45: finde ich heute schön.
00:12:46: Ich liebe jetzt selbst in der Patchwork-Situation, in der patchwork Familie und genau sowas hätte ich mir damals gewünscht als Kind.
00:12:54: Ja es ist verrückt wie sich das verändert.
00:12:57: Bewertungsneutral ist was ganz Wichtiges weil du bist eine bewertungsneutrale Person.
00:13:05: Meine erste Frage hat sich das gelesen aber habe ich gedacht Wie geht das?
00:13:11: Ja, das ist tatsächlich... ich hoffe dass es mir auch immer wieder gelingt.
00:13:15: Natürlich bin ich auch ein Mensch und in einem Beratungssituationen kann ich auch mal irgendwie komisch reagieren.
00:13:25: aber sobald es Grundvoraussetzung ist wenn ich einen kind oder Jugendlichen begegne muss sich als erstes sagen wir haben Schweigepflicht und das sollte dir klar sein egal was du mir erzählst Und so handhabe ich das tatsächlich auch, dass ich das nicht weitergebe.
00:13:45: Beziehungsweise wenn es etwas ist wo andere Personen involviert sind und wir ohne die nicht weiterkommen dann bespreche ich das mit dem Jugendlichen und sage du Wir müssen das mit X Y klären, wir müssen deine Eltern informieren oder wir müssen deinen Lehrer mit einbeziehen und so versuche ich den Weg mit denen zu gehen.
00:14:07: Natürlich, wenn der Jugendliche gegenüber mir sitzt und sagt ich habe mich jetzt geritzt.
00:14:14: Dann sage ich wie ich das finde erstmal gucke ich muss deine Wunde versorgt werden ohne zu sagen was hast du gemacht?
00:14:20: Das steht mir nicht zu sondern der Jugendlicher hat bestimmt für sich einen guten Grund gehabt.
00:14:26: Muss jetzt geguckt werden dass die wunden äußere innere wunden behandelt werden.
00:14:32: Und so versuche ich den Jugendlichen auch zu begegnen Und nicht zu sagen, du bist jetzt selber schuld da dran oder deine Familie ist schuld daran.
00:14:41: Sondern das ist die Isto-Situation.
00:14:43: und jetzt müssen wir gucken was brauchst Du damit Du den Tag heute gut überstehst?
00:14:49: Damit Du nächsten Tag und vielleicht die nächste Zeit oder dein Ziel im Vordergrund steht, damit Du deinen Ziel erreichst.
00:14:57: Was brauchst du?
00:14:58: Ich kann mir vorstellen dass die Resonanz der Jugendlichen und der Kinder darauf ja auch erstmal sehr positiv ist.
00:15:06: Oh, okay hier werde ich nicht gerichtet und ich werde hier gesehen, ich werde wahrgenommen das ist so das Ding wahrscheinlich.
00:15:14: Wir schlagen tatsächlich auch viel die Brücke zwischen den Eltern, Häusern und den Jugendlichen.
00:15:21: Sie kommen haben einen Anliegen und wissen nicht wie sie das Zuhause ansprechen sollen.
00:15:27: Und dann fragen wir, was brauchst du?
00:15:30: Kannst du dir vorstellen das zu Hause mit wem auch immer das zu besprechen.
00:15:36: Wer könnte diese Person sein?
00:15:38: Schaffst du das alleine?
00:15:39: Was bräuchtest du dazu?
00:15:40: Sollen wir ja irgendwas vorbereiten oder wenn das absolut alles nicht geht, dann sage ich willst du dass ich dabei bin?
00:15:48: sollen wir Mama Papa hierher einladen je nachdem was das Anliegen ist.
00:15:55: Meistens reicht so ein Gespräch und viele trauen sich dann zu Hause.
00:16:00: Und sagen zum Beispiel im Gespräch, ja wir könnten einen Gespräch machen, Mama einladen, dann kommen sie am nächsten Tag und sagen ich habe mit Mama schon gesprochen die hat das und dass gesagt.
00:16:11: also die fühlen sich schon in dem Sie das erzählen meistens selbst gestärkt ohne unser großes Beitun dass sie das einmal ausgesprochen haben, was sie beschäftigt.
00:16:24: Das führt schon manchmal dazu, dass sie die Kraft finden und passend einen Moment zu Hause finden, dass Sie das selber ansprechen oder Teile davon ansprechen.
00:16:34: Und wir entweder im Hintergrund begleiten oder dann tatsächlich sagen okay, dann lass uns das gemeinsam machen.
00:16:40: Was soll man in dem Gespräch sagen?
00:16:42: Was möchtest du, was wir sagen?
00:16:44: Und was möchtet so nicht, was weh sagen?
00:16:47: Das Gespräch bereiten wir dann auch mit den Kindern Jugendlichen vor.
00:16:51: Man muss auch einen Unterschied machen zwischen Kinder und Jugendliche, Kinder sind da schneller bei.
00:16:57: Bei Jugendlichen muss man auch gucken dass man die wirklich wirklich mitnimmt und auch dann guckt wie weit darf ich das erzählen was sie oder er mir erzählt hat?
00:17:09: Ja
00:17:10: aber wenn du mit deiner Arbeit, ich sage es in Anführungszeichen Erfolg hattest Und es geht den Jugendlichen, den Kindern ein bisschen besser.
00:17:20: Sie konnten ihren Konflikt lösen oder fühlen sich gesehen oder wie auch immer.
00:17:24: Das müssen doch wahnsinnig schöne Momente sein, oder?
00:17:28: Das ist schwer messbar!
00:17:30: Das ist ja nie abgeschlossen.
00:17:32: Es sind dann kleine Momente wenn der Jugendliche kommt und sagt wenn wir ein Tag vorher oder paar Tage vorher gesprochen haben und er oder sie kommt und sagt, ich habe mit Mama gesprochen.
00:17:46: Das ist erst mal ... Ein Moment wo du denkst ja hat oder sie hat die Stärke gefunden aber das Konflikt ist vielleicht noch gar nicht gelöst oder vielleicht sogar eskaliert und muss man den nächsten Schritt gucken.
00:18:01: so wirklich Erfolg sieht man.
00:18:05: Ja, wenn die Jugendlichen kommen und sagen mir geht's jetzt gut.
00:18:09: Das kriegt man wenig mit weil wenn es gut läuft dann kommen sie wenig.
00:18:15: Aber wenn ich Schülerinnen jahre später begegnete zufällig und dann eine Rückmeldung kommt das merkt man da hat man gute Arbeit geleistet.
00:18:26: oder die Schulsozialarbeit egal ob ich oder Kollegin waren eine wichtige Ansprechperson für die Jugendlichen und Kinder.
00:18:36: Ja, toll!
00:18:37: Und genau so wie du die Kinder siehst fühlst du dich ja auch selbst gesehen ne?
00:18:41: Du hast es glaube ich im Fragebogen so gesagt dir ab wo als Arbeitgeber ist ein Arbeitgebaer wo du dich gesehen fühlts.
00:18:49: Wo ich angekommen bin, wo ich vor Jahren angefangen habe am Anfang auch ganz ganz viele große Unterstützung erfahren habe durch meinen Kollegen, durch mein Arbeitgeber.
00:19:02: Weil sich das zu dem Zeitpunkt anbot und mir wichtig war.
00:19:08: Und dann ist die AWO natürlich auch größer geworden.
00:19:11: aber als wir noch klein mit fünf Schulsozialarbeitern in ganz kleinen Bereichen waren, war das schon eine sehr unterstützende Einrichtung für mich wertschätzende Arbeitgeber, wenn ich an die Jahre zurückdenke.
00:19:30: Nun ist die Schulsozialarbeit auch immer an Politik gebunden?
00:19:36: An äußere Umstände... Das ist einfach so, ob wir das mögen oder nicht.
00:19:42: Was wünscht du dir für dich, für deine Arbeit, für deinen Kolleginnen und Kollegen, für auch die Kinder und Jugendlichen?
00:19:50: was wünschst du dir, für die Zukunft?
00:19:51: abschließend
00:19:54: Das ist so ein sensibles Thema, nicht nur Schulsozialarbeit sondern alle sozialen Bereiche sind gerade enorm davon betroffen.
00:20:02: Nicht nur soziale Bereiche auch Pflege ist ja davon enorm betroffen und wir haben leider jetzt zur Sommer die Erfahrung gemacht dass einen Kollege aufgrund bei einem anderen Arbeitgeber aufgrund einer unsicheren Arbeitsstelle die Stelle gewechselt hat Und somit ist eine ganze Schulsozialarbeiterstelle bei uns weggefallen an der Schule.
00:20:25: Das fehlt natürlich und das ist nur ein Beispiel, dass wird an anderen Schulen vielleicht so ähnlich laufen.
00:20:33: Bei uns sind wir noch zu zweit mit Dreiviertel-Stelle.
00:20:37: Vielleicht ist es in anderen Schulen gar nicht gut bestückt.
00:20:41: Die Belastung wird mehr – das merke ich im Moment sehr!
00:20:46: Weil die Arbeitsaufteilung jetzt auf nicht drei Schultern, sondern zwei Schultern ist.
00:20:52: Und für uns wünsche ich natürlich für die Schulsozialarbeit soziale Arbeit, wünsche sich das die Würdekung für den Bereich, dass es genau der Bereich, der nicht gesehen wird und auch nicht die Anerkennung im Politikum hat... zwar mehr als vor fünf, zwanzig Jahren aber immer noch nicht so stark wie ein Psychologe oder Lehrerkollegium weil wir unsere Arbeit schwer definieren können.
00:21:24: Weil wir wirklich sehr flexibel sind im Alltag mit unserer Beratung.
00:21:28: für die Kinder und Jugendlichen wünsche ich natürlich dass sie egal ob es soziale Arbeit weiterhin so gut Es ist ja mittlerweile so, dass alle Schulen das haben.
00:21:41: Alle Schulformen haben die Professionsschulsozialarbeit in ihren Einrichtungen.
00:21:48: Ich gehe davon aus, dass wir in der Schulsozial Arbeit noch eine gute Stellung haben im Vergleich zur offenen und Kinderjugendarbeit aber die Stellenbesetzung immer schwächer werden.
00:22:02: Und für die Kinder und Jugendlichen wünsche ich, dass sie diese Menschen, die sie um sich herum haben.
00:22:09: Dass sie von denen gesehen werden, ernst genommen werden weil das angenommen sein.
00:22:16: Das tut den Jugendlichen und den Kindern so gut!
00:22:20: Ich habe so ein paar Statements im Kopf wo Schülern sagte Sie hat mir nie das Gefühl gegeben, dass ich dumm sei.
00:22:31: Also ernst genommen anerkannt zu werden oder solche ähnlichen Aussagen wo sie sagen hier ich fühle mich wohl.
00:22:39: Ich kann einfach bei dir alles erzählen Wo sie sie sein können.
00:22:44: Das brauchen ein viele Kinder und Jugendliche.
00:22:48: Manchmal müssen wir nicht viel machen nur zuhören Das reicht ihnen manchmal auch Und das wünsche ich Ihnen, dass Sie diese Personen um sich herum haben und dass sie gehört werden und gesehen werden.
00:23:02: Das wünsche Ich Ihnen auch!
00:23:04: Und vor allen Dingen danke, dass
00:23:05: Du
00:23:06: ihnen zuhörst.
00:23:07: Ganz ganz wüsste es.
00:23:08: Mache ich nicht nur aus glaube ich nicht aus weil ich vom Beruf an Schosozialarbeiterin bin sondern ich glaube das ist tatsächlich auch so eine Berufung.
00:23:21: So was kann man natürlich studieren und professionell erlernen.
00:23:27: Aber man muss auch ein Herzchen dafür haben für die Kinder- und Jugendlichen.
00:23:32: Wunderschön!
00:23:34: Nureff, vielen Dank.
00:23:35: Danke, dass du da warst, dass Du Deine Einwölke geteilt hast – alles Gute für Dich.
00:23:40: Ja, danke, dass ich kommen durfte.
00:23:42: Das war Hörber Mensch, ein Podcast der Avobilefeld.
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